ATV-Verkauf an ProSieben-Gruppe offiziell bestätigt

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Der Verkauf von ATV wurde nun offiziell bestätigt
Der Verkauf von ATV wurde nun offiziell bestätigt - © APA
Die Übernahme des österreichischen Privatsenders ATV durch die ProSieben.Sat1-Puls 4-Gruppe wurde am Dienstag bestätigt.

“Entsprechende Verträge wurden am 6. Februar 2017 abgeschlossen. Die Akquisition muss von den zuständigen Medien- und Kartellbehörden in Österreich genehmigt werden”, teilten ATV-Eigentümer Herbert Kloiber und die ProSieben-Gruppe in einer Aussendung mit.

ATV-Verkauf durch Eigentümer Kloiber und ProSieben-Gruppe bestätigt

“Ziel des Kaufs ist es, ATV in die ProSiebenSat.1-Puls 4-Gruppe zu integrieren und die Position von ATV auf dem österreichischen TV-Markt so nachhaltig zu stärken”, erklärte ProSiebenSat.1-Puls 4-Geschäftsführer Markus Breitenecker. “Ich freue mich, dass wir für den Fortbestand des Unternehmens die optimale Lösung gefunden haben”, meinte ATV-Eigentümer und Tele München-Chef Kloiber.

” Fortbestand von ATV langfristig sichern”

“Durch die geplante Integration und Sanierung will Puls 4 den Fortbestand von ATV langfristig sichern”, hieß es in der gemeinsamen Erklärung weiter. “Dabei würden ATV und Puls 4 wechselseitig insbesondere vom Know-how und den Prozessen innerhalb der Senderfamilie profitieren.” Die ATV-Sender-Gruppe wird von der ATV Privat TV GmbH & Co KG betrieben und gehörte bisher Herbert Kloibers Tele München Fernseh GmbH & Co. Produktionsgesellschaft. Die ProSiebenSat.1-Puls 4 GmbH ist eine Tochter des deutschen Privat-TV-Konzerns ProSiebenSat.1 Media SE.

Verkauf vermutlich mit Auflagen

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) dürfte den Verkauf mit Auflagen genehmigen. Dies deutete BWB-Chef Theodor Thanner bereits vergangene Woche an. “Die vorgeschlagenen Auflagen der Zusammenschlusswerber erscheinen geeignet, die wettbewerbsrechtlichen Probleme und die Themen zur Medienvielfalt zu lösen”, hieß es seitens der BWB. Als mögliche Auflagen wurden etwa eine getrennte Werbevermarktung und eine weiter eigenständige ATV-Redaktion kolportiert. Aus Wettbewerbssicht ist der Verkauf von ATV an die ProSieben-Gruppe nicht unproblematisch. Die Sendergruppe ist am heimischen TV-Werbemarkt schon jetzt Nummer eins – und mit einem Marktanteil von über 36 Prozent nach dem Kartellgesetz marktbeherrschend.

ORF-Chef Wrabetz fordert Auflagen nach “Anschluss”

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz fordert nach der Übernahme von ATV durch die ProSiebenSat.1-Puls 4-Gruppe Auflagen für den Deal. Für Kritik sorgte dabei Wrabetz’ Wortwahl. Der ORF-Chef bezeichnete den Verkauf von ATV an den Österreich-Ableger des deutschen Privat-TV-Konzerns ProSieben.Sat1 als “Anschluss”. In Österreich wird mit dem Begriff vor allem der “Anschluss” Österreichs an Nazi-Deutschland beziehungsweise die Besetzung Österreichs durch das nationalsozialistische Deutsche Reich im März 1938 assoziiert. Wrabetz hatte den deutschen Privat-TV-Konzernen schon früher “Kolonialoffiziersmentalität” in Österreich vorgeworfen.

Puls 4-Infochefin zu Wrabetz: “unglaubliche Wortwahl”

Nach dem Bekanntwerden der Übernahme von ATV durch die ProSieben-Gruppe twitterte der ORF-General am Dienstagnachmittag: “ATV-Anschluss an deutschen P7-Konzern perfekt.Auflagen zum Schutz österreichischer Medien vor deutscher Marktmacht notwendig.BWB am Zug.” Hinter der Abkürzung BWB versteckt sich die Bundeswettbewerbsbehörde. Beim künftigen ATV-Eigentümer ProSiebenSat.1-Puls 4 sorgte Wrabetz’ Äußerung für Kritik. Von einer “unglaublichen Wortwahl” sprach Puls 4-Infochefin Corinna Milborn. “So ein Begriff von höchster Stelle des öffentl-rechtlichen Rundfunks. Ich finde das wirklich skandalös”, meinte Milborn via Twitter.

(APA/Red.)

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