Asyl: Aufnahmesperre für Traiskirchen

Akt.:
Die gesundheitlichen Untersuchungen waren Grund für die Aufnahmesperre.
Die gesundheitlichen Untersuchungen waren Grund für die Aufnahmesperre. - © APA (Sujet)
Ab kommender Woche wird das Erstaufnahmezentrum für Flüchtlinge in Traiskirchen keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen. Grund für den Aufnahmestopp waren die Ergebnisse einer gesundheitsbehördlichen Überprüfung am 30. Juli.

Die Aufnahmesperre verkündete Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) am Freitag via Aussendung. Ein entsprechender Bescheid soll am Montag dem Innenministerium zugestellt werden, hieß es gegenüber der APA. “Die medizinische und hygienische Lage erfordert diese Maßnahme”, begründete Pröll den verhängten Aufnahmestopp in Traiskirchen. Auf Anordnung des Landeshauptmannes hatte am Donnerstag eine gesundheitsbehördliche Überprüfung der Erstaufnahmestelle Ost stattgefunden. Daran nahm ein neun-köpfiges Ärzteteam sowie ein Jurist der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Baden teil.

Sperre voraussichtlich ab Mittwoch gültig

Der für Traiskirchen verhängte Aufnahmestopp wird voraussichtlich ab Mittwoch gültig sein, hieß es aus dem Büro von Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) zur APA. Der gesundheitsbehördliche Bescheid soll am Montag sowohl an das Innenministerium als auch an den Betreiber des Erstaufnahmezentrums zugestellt werden. Unter anderem sei die hygienische Situation in Traiskirchen “dramatisch”.

Das Ergebnis der gesundheitsbehördlichen Überprüfung im Erstaufnahmezentrum zeige zwar einen stabilen Gesundheitszustand der dort untergebrachten Flüchtlinge. Viele registrierte Asylwerber habe man aber zu einer medizinischen Erstuntersuchung nicht antreffen können. “Daher ist eine Einschätzung des Gesundheitszustandes dieser nicht angetroffenen Asylwerber nicht möglich mit einem Restrisiko aus medizinischer Sicht”, heißt es in der Aussendung des Landes Niederösterreich.

Die Lage in Traiskirchen würde sich durch die weitere Aufnahme von Asylwerbern “noch unübersichtlicher” gestalten “und daher ein zusätzliches Gefahrenpotenzial aus medizinischer Sicht in sich bergen”, wird die Aufnahmesperre weiter argumentiert. Überdies sei aufgrund des “eklatanten Überbelags” auch die hygienische Situation “dramatisch”.

“Mit dieser Maßnahme setzt die Behörde einen klaren Schritt um durch einen Aufnahmestopp einen weiteren Zulauf ins Lager Traiskirchen zu verhindern”, kommentierte Landeshauptmann Pröll den von ihm verhängten Aufnahmestopp. Zuletzt hatten sich mehr als 4.500 Flüchtlinge im überfüllten Erstaufnahmezentrum befunden, davon an die 2.300 ohne Bett.

(apa/red)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen