Astronomische Jahresvorschau 2018: Diese Himmelsereignisse erwarten uns

Wenn sich der Mond verdunkelt - das und vieles mehr steht uns an Himmelsschauspielen 2018 ins Haus
Wenn sich der Mond verdunkelt - das und vieles mehr steht uns an Himmelsschauspielen 2018 ins Haus - © APA/DPA/FRANK RUMPENHORST (Sujet)
Das astronomische Jahr 2018 ist an sich nicht überreich an interessanten Himmelserscheinungen, zumindest in Europa. Doch einige Highlights sind dann doch dabei: die beste Marssichtbarkeit seit 2003, eine totale Mondfinsternis und ein mit freiem Auge sichtbarer Komet. Die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) informiert.

Sterngucker aufgepasst: 2018 bringt eindrucksvolle Marssichtbarkeit und eine Mondfinsternis. Am 27. Juli kommt es aber zu einem spektakulären Höhepunkt: Während Mars so gut zu sehen ist wie zuletzt 2003, wandert der Mond durch den Erdschatten und es gibt eine totale Mondfinsternis. Gegen Jahresende könnte dann Komet Wirtanen mit freiem Auge zu sehen sein.

Ansammlung heller Planeten im Frühjahr und Sommer

Venus ist von Mitte Februar bis Anfang September am Abend zu sehen, am besten von April bis Juni. Jupiter hat seine beste Sichtbarkeit von Februar bis Juli, Saturn von April bis September. Dazu gesellt sich noch der Mars, der vor allem im Zeitraum Juni bis September sehr auffällig werden wird.

Beste Marssichtbarkeit seit 2003 – und totale Mondfinsternis

Am 27. Juli 2018 erreicht Mars seine beste Sichtbarkeit (Marsopposition), wenn er die ganze Nacht zu sehen ist. Am 31. Juli kommt er der Erde am nächsten. In dieser Zeit wird der Rote Planet am Himmel heller strahlen als Jupiter. Alexander Pikhard erklärt das Besondere daran: “Mars ist an sich alle 26 Monate gut zu sehen. Da seine Bahn um die Sonne aber deutlich elliptischer ist als jene der Erde, kommt es auch darauf an, wie weit Mars von der Sonne entfernt ist. 2018 steht Mars in Sonnennähe. Das Zusammenfallen von Sonnen- und Erdnähe findet nur alle 15 oder 17 Jahre statt. 2018 ist es, nach 2003, wieder einmal so weit.”

Am Abend des 27. Juli, nur wenige Stunden nach der Marsopposition, findet eine totale Mondfinsternis statt, der Mond wird zur Gänze durch den Schatten der Erde wandern. Dieses Zusammentreffen der beiden Ereignisse ist natürlich ein Zufall, trotzdem: “Speziell zwischen 22 und 23 Uhr MESZ wird sich ein toller Himmelsanblick bieten: Unterhalb des total verfinsterten und wahrscheinlich tiefrot scheinenden Mondes steht der strahlend helle und ebenfalls rote Mars. Das ist sehr selten.”, so Alexander Pikhard.

Keine weiteren Finsternisse in Österreich

Die restlichen Sonnen- und Mondfinsternisse des Jahres 2018 sind allesamt von Österreich aus nicht zu beobachten; die partiellen Sonnenfinsternisse am 15. Februar (Südpazifik, Antarktis), 13. Juli (antarktischer Ozean südlich von Australien) und 11. August (Arktis, Sibirien) ebenso wie die totale Mondfinsternis vom 31. Jänner (Ostasien, Australien, Pazifik).

Zwei Vollmonde im Jänner und März – Perseiden um Neumond

Eine Besonderheit bescheren uns der Mondlauf und der Kalender im Jahr 2018: Sowohl im Jänner (2. und 31.) als auch im März (2. und 31.) finden jeweils zwei Vollmonde statt. Alexander Pikhard: “Zwei Hauptmondphasen in einem Monat sind an sich nicht außergewöhnlich, da diese im Abstand von 29½ Tagen aufeinander folgen. Passiert das im Jänner, dann folgt der mit nur 28 Tagen kurze Februar und im März wiederholt es sich wieder. Je zwei Vollmonde im Jänner und März finden erst wieder im Jahr 2037 statt. Das ist aber kein besonderes “Zeichen” der Natur, sondern nur die Folge unseres Kalenders, dessen Monate, mit Ausnahme des Februars, länger sind als ein Mondphasenzyklus.”

Wer gerne Sternschnuppen bei sommerlichen Temperaturen beobachtet, kann 2018 hoffen. Das Maximum des Meteorstroms der Perseiden in der Nacht vom 12. auf den 13. August findet ohne störendes Mondlicht statt. In den frühen Morgenstunden des 13. August sind, ehe die Morgendämmerung einsetzt, bei sehr dunklem Himmel abseits großer Städte fast 100 Meteore pro Stunde zu erwarten.

Komet Wirtanen am Jahresende 2018

Eine gute Sichtbarkeit wird für den kurzperiodischen Kometen 46P/Wirtanen zu Jahresende erwartet. Während er im Zeitraum von November 2018 bis Februar 2019 gerade durch die Wintersternbilder wandert, könnte er so hell werden, dass er, mit etwas Übung, auch ohne Fernglas erspäht werden kann. Komet Wirtanen wurde berühmt als das ursprünglich geplante Ziel der erfolgreichen Weltraummission Rosetta. Nachdem der Start wegen Problemen mit der Trägerrakete verschoben werden musste, wurde Komet Churyumov-Gerasimenko als Ausweichziel gewählt.

Wien als Zentrum der Astronomie im August

Von 20. bis 31. August 2018 findet in Wien die 30. Generalversammlung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) statt. Zu dieser alle drei Jahre stattfindenden Konferenz werden mehrere Tausend Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Welt erwartet. Unter dem Ehrenschutz des Bundespräsidenten ist heuer Wien Gastgeber, hauptverantwortlich für die Organisation ist die Universität Wien.

Die WAA wird zu allen wichtigen Himmelsereignissen 2018 und begleitend zur Generalversammlung der IAU öffentlich zugängliche Himmelsbeobachtungen mit fachkundiger Erklärung anbieten.

Die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) ist ein astronomischer Club, der sich der Verbreitung und Vertiefung astronomischen Wissens mit besonderem Schwerpunkt auf Amateurastronomie verschrieben hat. Alle, die den Himmel auf eigene Faust erobern wollen – mit freiem Auge, Fernglas oder eigenem Fernrohr – finden hier Unterstützung mit Rat und Tat. Die WAA hat rund 350 Mitglieder und ist auch sehr aktiv im Internet und den sozialen Medien vertreten – etwa auf Facebook und Twitter. Sie hat keinen festen Sitz, sondern agiert mit transportablen Teleskopen (Mobile Volkssternwarte) ausschließlich mobil.

 

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