Arbeitslosigkeit erneut angestiegen: 323.239 Menschen im September ohne Job

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Im September war die Arbeitslosigkeit in Österreich um 0,3 Prozent höher als im Vorjahr.
Im September war die Arbeitslosigkeit in Österreich um 0,3 Prozent höher als im Vorjahr. - © APA (Sujet)
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit im Monat September leicht angestiegen: Mehr als 323.000 Menschen waren zu Monatsende als arbeitslos vorgemerkt.

Die Arbeitslosigkeit in Österreich war im September um 0,3 Prozent höher als vor einem Jahr. 323.239 Menschen waren zu Monatsende als arbeitslos vorgemerkt, das sind gegenüber dem Vorjahr um 1.027 Personen mehr. Inklusive der Schulungsteilnehmer waren 391.939 Leute ohne Job, um 0,1 Prozent (+ 522 Personen) mehr als im September 2015.

Bei Personen mit österreichischer Staatsbürgerschaft (-2,5%), bei Männern (-0,5 %) und vor allem bei Jugendlichen bis 25 Jahren (-7,5 %) ist die Arbeitslosigkeit nunmehr bereits seit mehreren Monaten rückläufig. Schwierig bleibt die Arbeitsmarktlage aber nach wie vor für Frauen (+1,4 % Arbeitslose), für Personen ab 50 Jahren (+6,5 %), für Arbeitssuchende mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen (+7,7 %) und für AusländerInnen (+8,0 %).

Arbeitslosigkeit im September leicht gestiegen

Auch das Branchenmuster bleibt ähnlich wie in den Vormonaten. In der Warenproduktion (-3,2%) und der damit eng verbundenen Arbeitskräfteüberlassung (-2,6%) und vor allem auch im Baubereich (-6,7%) ist die Zahl der Vorgemerkten stabil rückläufig. Im Dienstleistungssektor und hier vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen (+3,2%) aber auch im Tourismus (+0,9%) und im Handel (+0,5%) bleibt die Arbeitslosigkeit ansteigend.

Die Arbeitslosenquote nach österreichischer Berechnung ist gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent gesunken, wie das Sozialministerium am Montag mitteilte. Die aktuelle Arbeitslosenquote gemäß der internationalen Definition von Eurostat liegt bei 6,2 Prozent und damit um 0,5 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres. Die Jugendarbeitslosenquote beträgt nach dieser Definition 10,8 Prozent und ist damit um 0,1 Prozentpunkte gesunken.

Regionale Unterschiede: Wien verzeichnet ansteigende Zahlen

Den deutlichsten Rückgang an vorgemerkten Arbeitslosen verzeichnet weiterhin Tirol mit -7,7 %, gefolgt von Salzburg mit -3,9 %, Kärnten mit -2,5 % und Vorarlberg sowie die Steiermark mit jeweils -2,0 %. Auch im Burgenland ist nun mit -1,2 % die Zahl der Arbeitslosen wieder leicht abnehmend. Ansteigend bleibt sie dagegen noch in Oberösterreich (+0,8 %) und Niederösterreich (+2,5 %).

Auch in Wien verzeichnet man ansteigende Zahlen (+2,6 %). 122.510 Personen waren im September als arbeitslos vorgemerkt im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Schulungsteilnehmer wuchs um 1,9 Prozent auf 28.491. Damit waren in Summe um 2,5 Prozent mehr Personen ohne Beschäftigung als vor einem Jahr. “Das ist der geringste Zuwachs an Jobsuchenden seit mehr als fünf Jahren”, zeigte sich Winfried Göschl, Vizechef des AMS Wien, am Montag per Aussendung erfreut. Vor allem das starke Beschäftigungswachstum habe den Anstieg der Arbeitslosigkeit deutlich abgemildert. Sowohl Arbeitsplätze als auch die zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte würden in Wien auch in den nächsten Jahren deutlich wachsen, so Göschls Prognose.

Die Arbeitslosenquote – hier sind Menschen in Schulungen nicht mitberücksichtigt – betrug im September 12,9 Prozent. Das entspricht einem Plus von 0,1 Prozentpunkten. Nach Branchen betrachtet hatten es im September vor allem Menschen aus der Hotellerie und Gastronomie nicht leicht. Hier stieg die Arbeitslosigkeit um 8,4 Prozent. Erfreulich sind hingegen die Rückgänge im Baubereich (minus 6,3 Prozent) und in der Warenproduktion (minus 3,8 Prozent). Außerdem hatten es jüngere Wiener leichter als ältere: Im Vergleich zum September 2015 gab es im Vormonat um 5,2 Prozent weniger Arbeitslose unter 25 Jahren, aber um 4,8 Prozent mehr Über-50-Jährige.

Stöger: “Arbeitsmarktpaket ist wichtiger Schritt”

Die Anzahl der Beschäftigten ist auch im September deutlich gestiegen. Mit 3,64 Millionen unselbstständig Erwerbstätigen liegt die Zahl der Arbeitsplätze um 53.000 (+1,4 Prozent) über dem Wert des Vorjahres. Dem Arbeitsmarktservice sind zudem 42.499 offene Stellen gemeldet, das ist eine Zunahme im Jahresabstand um 8.729 (+25,8 Prozent).

“Der Anstieg der Arbeitslosigkeit hat sich im September weiter verlangsamt. Für eine Trendwende braucht es aber weitere Anstrengungen und klare Impulse für Investitionen”, erklärt Sozialminister Alois Stöger angesichts der Zahlen. “Das im September beschlossene Arbeitsmarktpaket mit dem unter anderem das erfolgreiche Fachkräftestipendium wieder eingeführt und das AMS mit 400 zusätzlichen MitarbeiterInnen aufgewertet wurde, ist ein wichtiger Schritt”, so Stöger.

Positive Entwicklung bei Jugendlichen und Lehrstellen

Bei den Jugendlichen entwickelt sich der Arbeitsmarkt weiterhin deutlich besser als der Gesamtdurchschnitt. Für die 15- bis 24-Jährigen beträgt der Rückgang der Arbeitslosigkeit -7,5 %. Bei den jüngsten ArbeitsmarkteinsteigerInnen – den 15- bis 19-Jährigen – ist sie sogar um -9,5 % rückläufig. Auch der Lehrstellenmarkt scheint zum Ende des Sommers von der anziehenden Konjunktur zu profitieren. Der Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen liegt aktuell mit 5.453 um +6,9 % über dem Vorjahreswert, während die Zahl der Lehrstellensuchenden mit 7.312 um -2,3 % rückläufig ist.

Insgesamt haben seit Jahresbeginn 477.783 zuvor vorgemerkte Personen wieder eine Beschäftigung aufgenommen. Das sind um +10.771 bzw. +2,3 % mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Arbeitslose und Schulungsteilnehmer Ende September 2011-2016 - SŠulengrafik; Zahlen im Detail und VerŠnderung nach BundeslŠndern GRAFIK 1097-16, 88 x 124 mm

(APA/Red)

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