Abschaffung der Zeitumstellung: Österreicher großteils für eine Beibehaltung

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Die Österreicher stehen der Zeitumstellung gelassen gegenüber
Die Österreicher stehen der Zeitumstellung gelassen gegenüber - © APA (Sujet)
Die derzeit im EU-Parlament diskutierte Abschaffung der halbjährliche Zeitumstellung wurde von der österreichischen Bevölkerung in einer Umfrage des Linzer Market-Instituts kaum positiv beurteilt.

Die schon im Jahr 2011 durchgeführte Befragung ergab, dass 80 Prozent der Österreicher der Verschiebung des Tageslichts um eine Stunde nach hinten gelassen gegenüber stehen und die Umstellung positiv bzw. neutral betrachten.

Österreicher zu Sommerzeit: Beibehaltung positiv beurteilt

39 Prozent fanden damals, die Zeitumstellung habe Vorteile. 41 Prozent erklärten, dass die Sommerzeit für sie weder Vor- noch Nachteile bringe. Nachteile sahen lediglich 19 Prozent. Von den Befragten zwischen 15 und 29 Jahren waren sogar 60 Prozent von der Sommerzeit begeistert. Viele Befürworter fand sie auch bei den Berufstätigen. Hier sahen 44 Prozent klare Vorteile. Zu den wirtschaftlichen Auswirkungen befragt, sagten 83 Prozent, sie sehen die Sommerzeit neutral bis positiv.

Die Folge für den Menschen ist in erster Linie ein “Mini-Jetlag”. Von diesem sind Kinder und Jugendliche am stärksten betroffen, hatte die MedUni Wien zur Zeitumstellung im Frühjahr 2017 mitgeteilt. Generell sei die Umstellung nicht mehr zeitgemäß und unnötig, sagte Schlafforscher Gerhard Klösch von der Universitätsklinik für Neurologie.

“Licht ist ein optimaler Zeitgeber”

Der menschliche Organismus gleicht sich automatisch an den natürlichen Rhythmus des Lichts an. “Dazu brauchen wir keine Zeitumstellung. Licht ist ein optimaler Zeitgeber”, erläuterte Klösch. Der Wechsel auf Sommerzeit kostet Kinder und Jugendliche laut Untersuchungen effektiv 32 Minuten Schlaf. Dieses Minus kann sich über zwei Wochen hinziehen. Es gibt aber auch Schlafforscher, die den Menschen für anpassungsfähig genug halten, sich auf die halbjährliche Zeitumstellung einzustellen.

Bei Haustieren empfehlen NGOs eine schrittweise Umstellung in den Tagen vor dem Wechsel. Kühe haben beispielsweise auch feste Zeiten, wann sie gefüttert und gemolken werden. Viele Bauern versuchen daher ebenfalls, die Fütterungszeiten nach und nach anzupassen. Trotzdem kann es passieren, dass Kühe über mehrere Tage weniger Milch geben.

Sommerzeit 1973 in Europa eingeführt

Eingeführt wurde die Sommerzeit 1973 in Europa anlässlich der Ölkrise und mit dem Hintergrund, Energie zu sparen. Mit der Zeitverschiebung sollte eine Stunde Tageslicht für Unternehmen und Haushalte gewonnen werden. Frankreich machte damals den Anfang. Österreich beschloss die Einführung erst 1979 wegen verwaltungstechnischer Probleme und weil man eine verkehrstechnische Harmonisierung mit der Schweiz und Deutschland wünschte. Diese beiden Länder führten die Sommerzeit erst 1980 ein.

Allerdings gab es in der Alpenrepublik bereits im Ersten Weltkrieg schon einmal die Sommerzeit. Im Jahr 1916 galt sie für die Monarchie vom 1. Mai bis 30. September, wurde dann aber wieder eingestellt. Ein zweiter – erfolgloser – Versuch wurde in den Jahren 1940 bis 1948 unternommen. Heuer werden die Uhren in Europa in der Nacht auf den 25. März auf Sommerzeit umgestellt. Am 28. Oktober endet diese dann wieder.

(APA/Red.)

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