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Das Programm der Viennale

Internationale Filmgrößen auf der 49. Viennale Internationale Filmgrößen auf der 49. Viennale - © Alexander Tuma
Von Blockbustern, bis hin zu Dokumentationen ist bei der diesjährigen Viennale alles dabei. Das Herz der Filmfans wird es freuen.

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Internationale Größen im Business bis hin zu den kleinen Namen in der Independent Industrie ist bei der 49. Ausgabe der Viennale alles dabei. Das österreichische Filmfestival findet heuer vom 20. Oktober bis 2. November statt und die Veranstalter legen sich wieder mächtig ins Zeug um das Publikum zufrieden zu stellen. Der Umfang des Programms entspricht dabei den der letzten Jahren. Es sei nur etwas weiter, wilder und dichter. Neu sind nur die erweiterten Vorverkaufsstellen.

Die Blockbuster auf der Viennale

Mit einigen Festival-Blockbustern und großen Namen des internationalen Arthaus-Kinos kann die Viennale in diesem Jahr aufwarten. Aki Kaurismäkis “Le Havre” übernimmt den Auftakt des Festivals. Politisch hochaktuell und zugleich in einem märchenhaften visuellen Gewand gestaltet sich der Film als ein berührendes und verschrobenes Migrationsdrama, das durchaus auch humoristische Momente enthält. Ein weitere Muss ist “Habemus Papam” von Nanni Moretti. In der melancholischen Komödie, die in diesem Jahr im Wettbewerb von Cannes zu sehen war, spielt Michel Piccoli den neuen katholischen Papst, der nach seiner Wahl das Amt nicht übernehmen will und Panikattacken erleidet.

Ein echtes Highlight dürfte auch “A Dangerous Method” von David Cronenbergs werden. Das historische Psycho-Drama wurde teilweise in Wien gedreht und erzählt die Geschichte von  Sigmund Freud. Ein Film, der bereits im Vorfeld für mächtigen Wirbel gesorgt hat, ist “Melancholia” von Lars von Trier. Der Regisseur machte in Cannes mit derben Aussagen auf sich aufmerksam. Das bildgewaltige apokalyptische Drama, in dem der Planet “Melancholia” Kurs auf die Erde genommen hat, hätte sich jedenfalls definitiv mehr Beachtung verdient.

Mit “Drive” und “The Ides of March” kehrt dann ein Hauch von Hollywood nach Wien. “Drive” ist ein Film zwischen Popcorn- und Arthouse-Kino, rasanten Verfolgungsjagden und stillen Momenten, blutigen Schlachterszenen und feiner Romantik von Nicolas Winding Refn mit Ryan Gosling in der Hauptrolle. Der Schauspieler übernimmt auch im Politdrama und Abschlussfilm der 49. Viennale The Ides of March” an der Seite von George Clooney eine Hauptrolle ein.

Weitere Blockbuster auf der Viennale sind “The Future” von Miranda July, ein Film, der eine gewisse Hilflosigkeit gegenüber der Zukunft angesichts zu vieler Optionen im Leben porträtiert und”The Kid With a Bike“ vom belgische Brüderpaar Jean-Pierre und Luc Dardenne, welcher die Geschichte eines elfjähriger Jungen erzählt, der von seinem überforderten Vater ins Kinderheim gesteckt wird.

Ein Hauch von Österreich am Filmfestival

Zwar wird aus österreichischer Feder in diesem Jahr nur ein Spielfilm, “Stillleben” von Sebastian Meise zu sehen sein, aber die Viennale setzt in Sachen Dokumentationen auf heimische Filmschaffende. Insgesamt 15 Kurzfilme, ein Special Program zu Ehren von Sasha Pirker und eine spezielle Veranstaltung mit Ulrich Seidl stehen am Programm.

Eine nicht unwichtige Rolle bei den diesjährigen dokumentarischen Beiträgen kommt von Johannes Hammel zu, der sowohl bei Lotte Schreibers “Tlatelolco” als auch bei Joerg Burgers “Way of Passion” für die Kamera sowie bei Michael Palms “Low Definition Control” für die Produktion verantwortlich zeichnete. Zudem ist Hammel mit seinem experimentellen Kurzfilm “Jour Sombre” im Programm, bei dem das Filmmaterial verschiedenen Zersetzungsprozessen ausgesetzt wird und schließlich der Eindruck eines mikroskopischen Blicks auf Mikroorganismen entsteht.

Schreiber erzählt in “Tlatelolco” anhand der Architektur und den Erzählungen der Bewohner von jenem Stadtteil von Mexiko City, der nicht zuletzt 1968 durch ein Massaker von Polizei und Armee an versammelten Studenten zu unrühmlicher Bekanntheit gelangt war. Politisch sind auch “Stoff der Heimat“, in dem Othmar Schmiderer sich anhand von Trachtengewändern mit Tradition, Kultur und Geschichte auseinandersetzt, und “American Passages“, in dem sich Ruth Beckermann inspiriert vom Fotografen Robert Frank an funktionale Orte des heutigen Amerikas begibt.

Hinzu kommen klassische Porträtdokus wie “Das Weiterleben der Ruth Klüger” von Renata Schmidtkunz oder “Der letzte Jude von Drohobytsch” von Paul Rosdy, ein Blick hinter die Kulissen der Freizeitindustrie in “Ibiza Occident” von Günter Schwaiger sowie das Debüt “Boxeo Constitucion” von Jakob Weingartner.

Die Viennale und ihre Stars

Wie in jedem Jahr, gibt es auch bei der 49. Ausgabe der Viennale einen Stargast. Harry Belafonte bringt Glamour in die Hauptstadt. Seine Hits “Banana Boat Song”, “Matilda” oder “Island In The Sun” sind bis heute jedem ein Begriff, machten ihn in den 1950er und 60er Jahren zur musikalischen Ikone und einem weltweit gefeierten Star. Etwas im Schatten dieser Erfolge steht allerdings das filmische Schaffen des US-Amerikaners. Die Viennale widmet dem 84-Jährigen nicht nur ein Tribute-Programm, sondern zeigt auch die Doku “Sing Your Song“, die Belafontes künstlerische Karriere ebenso beleuchtet wie sein politisches Engagement, in einer Gala am 22. Oktober im Gartenbaukino.
Ein weiterer Gast ist Genesis P-Orridge. Auch er wird mit einem sogenannten Viennale-Event – bestehend aus Film, Konzert und Ausstellung – gewürdigt.

Seit gut einer Woche läuft im Österreichischen Filmmuseum auch die diesjährige Viennale-Retrospektive zu Ehren von Chantal Akerman, die von Filmmuseumsleiter Alexander Horwath als “neben Maurice Pialat bedeutendste Vertreterin der Post-Nouvelle-Vague” bezeichnet wurde, der Folgegeneration der berühmten Nouvelle Vague.

Das Festival in Wien verspricht spannend, interessant und vor allem voller kreativer Energie zu werden. Das gesamte Filmprogramm gibt es ab sofort auf der Homepage des Filmfestivals. Der Vorverkauf der Viennale startet am Samstag, den 15. Oktober um 10.00 Uhr.



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