450 Jahre Hofreitschule: Dreitägige Jubiläumsfeierlichkeiten in Wien

Ab Donnerstag dreitägige Jubiläumsfeierlichkeiten inklusive "Fete Imperiale" in Wien
Ab Donnerstag dreitägige Jubiläumsfeierlichkeiten inklusive "Fete Imperiale" in Wien - © APA
In der Innenstadt geht es -neben dem Donauinselfest, kommendes Wochenende deutlich distinguierter zu: Ab Donnerstag, den 25. Juni, begeht die altehrwürdige Spanische Hofreitschule drei Tage lang ihr 450-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass werden 28 Lipizzaner drei Gala-Vorstellungen am Wiener Heldenplatz bestreiten. Am Freitag, den 26. Juni, geht zudem die “Fete Imperiale” über die Bühne.

Rund 10.000 Besucher erwartet die traditionsbewusste Institution zu den Feierlichkeiten. Wobei die Jubiläumsvorstellungen nicht nur die weißen Hengste in den Mittelpunkt rücken: Neben je acht Stuten und Fohlen aus dem Lipizzaner-Gestüt Piber reisen noch Pferde wie Reiter der Königlich-Andalusischen Reitschule aus Jerez an. Versprochen werden u.a. schon lange nicht mehr gezeigte Formationen.

450 Jahre Hofreitschule: Jubiläumsfeierlichkeiten und Gala-Marathon

Am Freitag werden die weltbekannten Tiere aber nicht nur am Heldenplatz bejubelt. Denn unmittelbar nach dem Gala-Auftritt steht die “Fete Imperiale” an. Die inzwischen sechste Ausgabe des Sommerballs der Hofreitschule gibt sich in Sachen Dekor ganz patriotisch: Rot-Weiß-Rot wurde als Farbmotto gewählt. Außerdem werden die Gäste mit Schnitzel und Erdäpfelsalat verköstigt. Doch nicht nur aus kulinarischer Sicht setzt man auf tierische Unterstützung abseits von Pferden. So assistieren heuer weiße Ziegen und ein Hirtenhund beim Auftritt des Europaballetts St. Pölten.

Ein 50 Meter langer Red Carpet am Heldenplatz

Die Eröffnung bestreiten u.a. Staatsopernsängerin Zoryana Kushpler und Kammersängerin Ildiko Raimondi. Für die Mitternachtseinlage werden sich Gregor Glanz und Barbara Helfgott in den Dienst stellen. Doch auch sonst soll die Society-Note bei dem dreitägigen Feierreigen nicht zu kurz kommen: So wird die spanische Infantin Elena, Schwester von König Felipe, die Hofreitschule beehren. Außerdem haben sich einige heimische Politiker – darunter die ÖVP-Minister Andrä Rupprechter und Johanna Mikl-Leitner sowie Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) -, Ex-Spitzensportler wie Herbert Prohaska oder Karl Schranz und Vertreter aus Kunst und Kultur wie Christian Ludwig Attersee, Vera Russwurm oder Uwe Kröger angesagt. Ein 50 Meter langer Red Carpet am Heldenplatz darf also nicht fehlen.

“Aufrichtung des Thumblplatzes im Garten an der Purgkh alhie”

Die Spanische Hofreitschule begeht heuer ihr 450-Jahr-Jubiläum. Grundlage dafür ist ein Dokument aus dem Jahr 1565, in dem von der “Aufrichtung des Thumblplatzes im Garten an der Purgkh alhie” die Rede ist. Bei dieser nicht überdachten Reit- und Turnierbahn am heutigen Josefsplatz unweit der Hofburg handelte es sich um einen Vorläufer der Hofreitschule. Ihre heutige Form erlangte die Touristenattraktion schließlich Anfang des 19. Jahrhunderts.

Ausgliederung aus dem Bundesbudget

Nach dem Ersten Weltkrieg kamen die meisten Lipizzaner zuerst nach Laxenburg bei Wien, dann in das Gestüt Piber in der Steiermark. Erst am 26. Oktober 1955 – dem Tag, an dem auch die immerwährende Neutralität vom Nationalrat beschlossen wurde – kehrte die Hofreitschule in die Stallburg zurück. Mit Anfang 2001 erfolgte die Ausgliederung aus dem Bundesbudget: Die Spanische Reitschule und das Bundesgestüt Piber wurden in eine Gesellschaft öffentlichen Rechts umgewandelt. Seit 2007 führt Elisabeth Gürtler die Geschäfte des Hauses.

Mit finanziellen Problemen zu kämpfen

Einen leichten Job hat sie dabei nicht immer: Denn zwischendurch hatte die Heimat der Lipizzaner auch mit finanziellen Problemen zu kämpfen – wobei man zuletzt wieder positiv wirtschaftete. Um zusätzliche Einnahmen zu lukrieren, zeigte sich die Leitung in den vergangenen Jahren durchaus nicht unkreativ: So wurden etwa die Anzahl der Vorstellungen erhöht, Tourneen ins Ausland fokussiert und spezielle Events – darunter auch die “Fete Imperiale” – ins Leben gerufen.

(APA/Red.)

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