28-Jähriger attackierte Nachbarn mit Hammer in Simmering: Urteil gefallen

Ein 28-Jähriger wurde am Donnerstag in eine Anstalt eingewiesen
Ein 28-Jähriger wurde am Donnerstag in eine Anstalt eingewiesen - © APA (Sujet)
Das Urteil rund um jenen 28-Jährigen, der Anfang August seinen Nachbarn mit einem Metallhammer schwer verletzt hatte, ist gefallen, wer wurde in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden.

Der Mann leidet seit mehreren Jahren an einer paranoiden Schizophrenie, am Donnerstag wurde er von einem Wiener Schwurgericht eingewiesen.

Nachbarn mit Hammer schwer verletzt: Prozessurteil gefallen

Zunächst versetzte der psychisch Kranke dem 34-Jährigen ohne erkennbaren Grund im Vorbeigehen Faustschläge gegen das Gesicht. Dann verpasste er dem Mann mit dem Hammer einen wuchtigen Hieb auf den Kopf, worauf der Angegriffene zu Boden ging. In dieser Situation bekam er noch Fußtritte verpasst. Andere Hausbewohner hörten die Hilfeschreie des Mannes und verständigten die Polizei.

Wie die psychiatrische Sachverständige Sigrun Rossmanith ausführte, hatte der psychisch Kranke erstmals 2012 innere Stimmen gehört, die ihm seither Befehle und Anweisungen erteilen. Obwohl der Mann einen Psychiater aufsuchte und der Kollege durchaus die Schwere der Erkrankung erkannte, gab es keine Möglichkeit, diesen stationär auf längere Zeit unterzubringen. Dazu hätte der Kollege allenfalls einen Amtsarzt beiziehen müssen, der eine Unterbringung in die Wege leiten hätte können, erläuterte die Gutachterin. Von der klinischen Psychiatrie würden Patienten aber “leider oft zu früh entlassen”. Im gegenständlichen Fall wäre der Kranke in jedem Fall “nicht ausreichend gut behandelt worden”, betonte Rossmanith.

Täter hat laut eigener Aussage “die Beherrschung verloren”

Der vom Gewaltausbruch Betroffene wurde schwer verletzt. Der 28-Jährige brach ihm vier Rippen, fügte ihm eine Schädelprellung mit einer Rissquetschwunde über dem linken Ohr und Hämatome und Prellungen im Brustbereich zu. Er wurde im Krankenhaus behandelt, bleibende Schäden konnten vom Gerichtsmediziner nicht festgestellt werden. Der Kranke erklärte auf Befragen der vorsitzenden Richterin, er hätte vor dem Vorfall innere Stimmen vernommen. Er sei aus dem Haus gegangen, “um mich zu beruhigen”. Der 34-Jährige, der ihm begegnete, hätte ihn provoziert und ihn angegriffen. Da habe er “die Beherrschung verloren”, behauptete der Mann.

(APA/Red.)

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