11. Juli 2012 18:51; Akt.: 11.07.2012 18:51

120 Millionen Frauen sollen Zugang zu Verhütung bekommen

Finanziellen Kraftakt, um Geburtenkontrolle in aller Welt in den Griff zu bekommen. Finanziellen Kraftakt, um Geburtenkontrolle in aller Welt in den Griff zu bekommen. - © AP
Mit einem finanziellen Kraftakt will eine internationale Gemeinschaft aus Regierungen und Hilfsorganisationen die Geburtenkontrolle in aller Welt in den Griff bekommen.

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In den kommenden acht Jahren sollen 120 Millionen Frauen im Kampf gegen die explodierende Weltbevölkerung mit Verhütungsmitteln versorgt werden. Das ist das Ergebnis einer internationalen Konferenz zur Geburtenkontrolle am Mittwoch in London. Daran nahmen Vertreter von 1.300 Organisationen und Regierungen aus 177 Ländern teil.

Die zusätzlichen Kosten für das Programm werden auf 4,3 Milliarden US-Dollar (3,74 Milliarden Euro) geschätzt. Die Teilnehmer der Konferenz in London machten Zusagen in Höhe von 2,6 Milliarden US-Dollar. Alleine die Bill und Melinda Gates Stiftung stellt den Betrag von 560 Millionen US-Dollar für die nächsten acht Jahre zur Verfügung und verdoppelt damit ihr bisheriges Engagement. Auch die britische Regierung will ihren Beitrag auf 1,3 Milliarden Pfund (1,65 Milliarden Euro) verdoppeln.

Verhütung für die Ärmsten der Ärmsten

Das Programm soll auch sicherstellen, dass weitere 260 Millionen Frauen in den ärmsten Ländern der Welt, die bereits verhüten, weiter unterstützt werden. Damit hätten bis Ende des Jahres 2020 insgesamt 380 Millionen Frauen in den Entwicklungsländern Zugang zu moderner Geburtenkontrolle.

Der britische Premierminister David Cameron wies darauf hin, dass Verhütung den Zugang zu Bildung erleichtere und zu “gesünderen und wohlhabenderen Familien und damit zu wirtschaftlichem Aufschwung” in den betreffenden Ländern führen könne.

“Kulturelle und religiöse Dinge beachten”

“Wir müssen dabei kulturelle und religiöse Dinge beachten”, sagte Melinda Gates, die Ehefaru des Microsoft-Gründers, in London. So brauche ein Teil der Frauen etwa Spritzen statt Pillen, weil sie deren Gebrauch besser vor ihren Männern geheim halten können. Gates glaubt, dass sich in wenigen Jahren viele Frauen etwa in Afrika auch dem Verhütungsverbot der katholischen Kirche widersetzen werden.

Täglich 227.000 neue Erdenbürger

Derzeit leben 7,1 Milliarden Menschen auf der Erde. Schätzungen zufolge könnten es bis 2050 bis zu elf Milliarden werden. Täglich kommen 227.000 Erdenbürger hinzu. Es gehe bei dem Programm nicht nur um die Kontrolle der Bevölkerungszahl. “Wir glauben, dass jede Frau das Recht und die Möglichkeiten haben sollte, die sie in die Lage versetzen, zu entscheiden, ob, wann und wie oft sie Kinder haben will”, sagte der Generaldirektor der Internationalen Organisation für Familienplanung (IPPF), Tewodros Melesse.

Der Minister für Entwicklungshilfe in Großbritannien, Andrew Mitchell, schätzte die Zahl der Frauen in aller Welt, die verhüten würden, wenn sie nur könnten, auf 222 Millionen. Dies führe zu 60 Millionen ungewollten Schwangerschaften jedes Jahr. Ergebnis sei, dass viele Frauen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt mangels ausreichender medizinischer Versorgung sterben oder Behinderungen davontragen.

(APA)



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