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10.000 Erkrankungen in Wien: Grippe-Welle wird noch stärker

Die Grippe ist in Wien weiter auf dem Vormarsch.
Die Grippe ist in Wien weiter auf dem Vormarsch. ©APA/dpa/Andreas Gebert
10.100 Grippe-Neuerkrankungen gab es letzte Woche in Wien, so das Wiener Grippemeldesystem. Verglichen mit den Zahlen aus den vorigen Wochen (8.400 und 6.800) steigt die Zahl der Grippekranken weiter an.

“Auch in dieser Woche konnte eine weitere Zunahme der Influenzavirusaktivität verzeichnet werden. In Kalenderwoche 3 konnten in 66 Prozent aller Sentinel-Einsendungen (Probeneinsendungen von an dem Meldesystem beteiligten Ärzten; Anm.) Influenzaviren nachgewiesen werden. Nach wie vor ist Influenza B das dominante Virus dieser Saison”, schrieben die Experten am Dienstag.

Grippe breitet sich in ganz Europa aus

Bei Influenza A dominierten bisher in Österreich die A(H1N1)-Stämme, ähnliche dem Pandemie-Virus aus der Saison 2009/2010. Doch das ist nicht überall der Fall. Die Virologen der MedUni Wien schrieben am Dienstag in ihrem Informationsdienst (DINÖ): “Weiterhin zunehmende Influenzavirusaktivität in ganz Europa. Irland, Luxemburg, Malta, Schweiz und Wales melden eine hohe Intensität der Influenzavirusaktivität. Weiterhin dominieren in den meisten Ländern Europas Influenza B Viren, in Frankreich dominiert jedoch das A(H1N1)pdm09 Virus. Besonders interessant ist diese Woche, dass Russland eine Dominanz des A(H3N2) Virus meldet. In den USA steigt die Influenzaaktivität weiterhin stark an, die dortige Grippewelle wird hauptsächlich durch das A(H3N2) Virus verursacht.”

Impfung nicht mehr erhältlich

A(H1N1)- und A(H3N2)-Erreger sind im diesjährigen Dreifach-Impfstoff in der passenden Form für einen vorbeugenden Schutz vorhanden. Rund 70 Prozent der derzeit in Österreich zirkulierenden Grippeviren sind aber Influenza B Viren der Linie Yamagata. Dagegen würde nur ein Vierfach-Impfstoff schützen, der aber nicht mehr erhältlich ist. Gegen einen Stamm anderen der Influenza B-Viren schützen aber die vorhandenen Dreifach-Vakzine.

Krankenkasse zahlt bei Medikamenten

“Wer jetzt an Influenza erkrankt, sollte so rasch wie möglich mit einem Neuraminidasehemmer behandelt werden”, sagte vergangene Woche Heidemarie Holzmann, Virologin der MedUni Wien, aus Anlass des Österreichischen Impftages gegenüber der APA. Während der derzeit ausgerufenen Influenza-Welle sind diese Medikamente, welche die Erkrankungsdauer etwas verkürzen und die Erkrankung weniger stark machen, auf Krankenkassenkosten verschreibbar. Sinnvoll ist die Einnahme aber nur binnen höchstens 48 Stunden nach Beginn der Symptome.

(APA/Red.)

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