1.350 Flüchtlinge in den Wiener Bahnhöfen – 7.800 Notplätze in Wien

Erschöpfte Flüchtlinge am Wiener Hauptbahnhof.
Erschöpfte Flüchtlinge am Wiener Hauptbahnhof. - © APA
Auf den großen Wiener Bahnhöfen haben sich am Mittwochvormittag rund 1.350 Flüchtlinge befunden. “Circa 500 sind es am Westbahnhof und ungefähr 850 am Hauptbahnhof”, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer. Insgesamt haben in Wien rund 5.200 Flüchtlinge übernachtet, großteils in Notunterkünften.

Am Dienstag wurden in Wien insgesamt 122 Asylanträge gestellt, davon lediglich sieben auf den Bahnhöfen. Um die Bahnhöfe zu entlasten, waren am Mittwoch Transporte zu freien Quartieren Richtung Westen geplant, sagte der Sprecher. Es gebe jedenfalls “keine Hinweise, dass heute größere Ströme aus Ungarn zu erwarten sind”, betonte Maierhofer.

Wien verfügt inzwischen über rund 7.800 Notplätze

In Wien können bei Bedarf derzeit Schlafplätze für rund 7.800 Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden. Zuletzt – also mit Stand Mittwochfrüh – wurden rund 5.500 Personen betreut, wie Flüchtlingskoordinator Peter Hacker am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sozialstadträtin Sonja Wehsely und Landtagspräsident Harry Kopietz (beide SPÖ) berichtete.

Die Aufnahmemöglichkeiten in Wien sind, so wurde beteuert, auch nach der in der Nacht erfolgten weitgehenden Räumung der Bahnhöfe nicht ausgeschöpft. “Wir schauen in Permanenz, welche Kapazitäten es noch gibt”, berichtete Wehsely. Rund 800 weitere Plätze könnte man relativ rasch zur Verfügung stellen, hieß es.

Hilfe in der Flüchtlingssituation

Von den knapp 8.000 Wiener Notschlafstellen werden rund 6.500 vom Fonds Soziales Wien gemeinsam NGOs organisiert. Jene Flüchtlinge, die in der Nacht vom West- bzw. Hauptbahnhof weggebracht wurden, fanden vor allem im Ferry-Dusika-Radstadion Aufnahme. Für die Übersiedelung wurde laut Stadt ein Shuttledienst mit Bussen der Wiener Linien, der ÖBB, des Bundesheeres sowie mit Taxis eingerichtet.

Freiwillige Helfer können sich ab sofort auf der Plattform www.flüchtlinge.wien registrieren. Sie werde per Mail oder SMS kontaktiert, wenn Hilfsorganisationen Unterstützung benötigen. Große Zugriffszahlen wurden zudem heute von der Seite www.hilfeambahnhof.wien vermeldet. Diese bietet aktuelle Informationen bzw. Bedarfsmeldungen und ist über die Wien.at-live-App auch auf mobilen Geräten abrufbar.

Stadträtin Wehsely nutzte die Gelegenheit, um an die EU-Verantwortlichen zu appellieren, das Problem “solidarisch” zu lösen. Auch müsse es entsprechende Mittel für Flüchtlingslager in der Krisenregion geben. In Wien, so versicherte sie, funktioniere die Zusammenarbeit in der Flüchtlingsfrage jedenfalls hervorragend. Nicht ganz dieser Ansicht war eine kleine Gruppe von Demonstranten, die vor der Pressekonferenz mehr Engagement der Stadt auf den Bahnhöfen forderte.

(apa/red)

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