Zwei mutmaßliche Drogenschmuggler bei Prozess in Salzburg verurteilt

Sieben Kilogramm Heroin sollen ein 35-jähriger Niederländer und ein 46-jähriger Kosovare im Mai 2010 von Maastricht in Holland nach Salzburg geschmuggelt haben. Auf einem Parkplatz in Wals-Siezenheim (Flachgau) gingen sie einer verdeckten Ermittlerin und einer Vertrauensperson der Polizei ins Netz.
Vorbericht auf SALZBURG24
Die beiden wurden am Mittwoch bei einem Prozess am Landesgericht Salzburg zu Haftstrafen verurteilt. Der Niederländer, er übernahm laut Staatsanwaltschaft die Rolle des Kuriers, erhielt zwei Jahre Gefängnis. Der Kosovare – er soll den Deal vermittelt haben – fasste sieben Jahre aus. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Die sichergestellten Drogen waren “von höchster Qualität”, erklärte Staatsanwalt Peter Reifenberger. Der Straßenverkaufswert desHeroins betrug “mindestens 1,2 Millionen Euro”, wie das Landeskriminalamt nach der Festnahme der Verdächtigen am 27. Mai bekanntgegeben hatte. Das Suchtgift wäre für den österreichischen Markt bestimmt gewesen.

Der erstangeklagte Niederländer, Kraftfahrer von Beruf, fuhr das Heroin laut Anklage in einem Wagen von Maastricht nachSalzburg. Für den Transport sollte er 5.000 Euro erhalten. Heute sagte der gebürtige Kosovare zu der vorsitzenden Richterin des Schöffensenats, Karoline Edtstadler, er habe nicht genau gewusst, was sich in den sieben Päckchen befunden hätte. “Aber ich ahnte, es war nichts Gutes drinnen.” Bei der Durchsuchung des Wagens wurde ein Sportbeutel aus Plastik entdeckt, in dem sich die Päckchen befanden. Sie waren mit Streupfeffer versehen, damit Spürhunde das Heroin nicht riechen konnten.

Kosovare hätte in Salzburg 119.000 Euro kassiert

Dem Zweitangeklagten wurde Beitragstäterschaft vorgeworfen. Er soll den Deal eingefädelt haben, beteuerte aber, dass er von Hintermännern dazu beauftragt worden sei. Der Kosovare hätte in Salzburg den Kaufpreis für die sieben Kilo Heroin – 119.000 Euro – kassieren sollen und davon 14.000 Euro behalten dürfen.

Die erste Kontaktaufnahme mit der Tätergruppe habe bereits im Herbst im Kosovo stattgefunden, schilderte ein polizeilicher Führer von Vertrauenspersonen im Zeugenstand. “Wir wollten die unbekannte Tätergruppe aushebeln.” Doch das Scheingeschäft über vorerst 30 Kilogramm Heroin sei nicht zustande gekommen. Im Mai habe sich dann “Dani”, wie der Spitzname des Zweitangeklagten gelautet hätte, von sich aus bei der Vertrauensperson gemeldet, sagte der Polizist. Der 46-jährige Kosovare brauchte Geld. “Ich habe 100.000 Euro Schulden“, begründete er seine Mittäterschaft. Er war bereits in der Schweiz wegen eines Drogendelikts vor Gericht gestanden. Dem Staatsanwalt war die Strafe für den Erstangeklagten zu mild, er meldete Berufung an. Die Verteidigerin des Zweitangeklagten, Brigitte Bierbaumer-Vergeiner, erbat Bedenkzeit.

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