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Wohnbau am Heeresspital: Feldhamster dagegen

Ein Feldhamster und sein Blick in eine ungewisse Zukunft.
Ein Feldhamster und sein Blick in eine ungewisse Zukunft. ©Sybille Daden / pixelio.de
Auf dem Areal zwischen Brünnerstraße und Marchfeldkanal in Wien-Floridsdorf, direkt hinter dem Heeresspital, sollen in den kommenden Jahren rund 950 geförderte Wohnungen errichtet werden.
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Auf Grundlage einer Studie von Ilse E. Hoffmann wird der bevorstehende Bauträgerwettbewerb am Areal nördlich des Heeresspitals um die Thematik des Erhalts der dort vorkommenden geschützten Tierpopulationen erweitert. Zur Umsetzung des geplanten Wohnbauprojektes wird daher ein naturschutzrechtliches Verfahren unter Einbindung entsprechender Experten stattfinden. “Ziesel und Feldhamster zählen zu den bedrohten Tierarten und stehen daher unter Schutz. Mit dem naturschutzrechtlichen Verfahren soll geprüft werden, durch welche Maßnahmen die Tierpopulationen zu Gänze gesichert und das geplante Wohnbauvorhaben dennoch umgesetzt werden kann. Die Anrainer werden nicht nur in die Planung des Projekts einbezogen, sondern können sich auch bei möglichen sanften Umleitungsmaßnahmen in für die Tiere ebenso geeignete Ausgleichsflächen, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft befinden, einbringen”, erklärt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.

Heeresspital ein Paradies für Hamster

Aufbauend auf der Artenkartierung handelt es sich bei einem Teil der Flächen nördlich des Heeresspitals um Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der beiden Arten Europäisches Ziesel und Feldhamster. Beide Arten unterliegen dem Schutzsystem nach der FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie). Diese europäische Richtlinie wurde im Wiener Naturschutzgesetz und in der Wiener Naturschutzverordnung in Landesrecht umgesetzt. Nach dieser EU-Richtlinie sowie den relevanten landesgesetzlichen Umsetzungen ist eine Beschädigung oder Vernichtung der Fortpflanzungs- und Ruhestätten unzulässig. Ausnahmebewilligungen sind möglich, wenn ein dringendes öffentliches Interesse besteht. “Ökologische Nachhaltigkeit ist eine der vier Säulen auf denen das anerkannte Modell der Wiener Neubauförderung ruht. Ich bin zuversichtlich, dass für das Areal nördlich des Heeresspitals ein Konzept entwickelt wird, dass zum einen dem Artenschutz und -erhalt vollste Rechnung trägt. Zum anderen ist es aber auch wichtig, gerade vor dem Hintergrund der wachsenden Bevölkerung unserer Stadt, auch zukünftig die Nachfrage der Wienerinnen und Wienern nach kostengünstigen Wohnungen zu decken”, so der Wiener Wohnbaustadtrat  zum Thema Heeresspital.

Stadt Wien reagiert

Die Vereinbarkeit von Wohnbau und Zieselschutz gehört in Wien nicht unbedingt zum Alltagsgeschäft. Bei einem Bauprojekt hinter dem Heeresspital, wo in den kommenden Jahren rund 950 geförderte Wohnungen entstehen, soll jedoch genau das gelingen. Da es sich bei der betreffenden Fläche um Fortpflanzungs- und Ruhestätten der Nager handelt, bemüht sich die Stadt unter Einbindung von Experten um “sanfte Umleitungsmaßnahmen”. Sprich: Die tierischen Anrainer sollen in geeignete Lebensräume in unmittelbarer Nachbarschaft umgesiedelt werden. In den Genuss des möglichst schonenden Umzugs kömen allerdings nicht nur die dort ansässigen Europäischen Ziesel, sondern auch die Feldhamster. Beide Gattungen zählen zu den bedrohten Tierarten und stehen daher unter Schutz. Um die zumeist in Erdbauten wohnhaften Zeitgenossen zu schonen, wird für das Areal in Floridsdorf, das sich zwischen Brünnerstraße und Marchfeldkanal befindet, der bevorstehende Bauträgerwettbewerb um diesen Aspekt erweitert, informierte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (S).

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