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Wilderer von Annaberg: Polizeiliche Ermittlungen seit drei Monaten

Diese Trophäen wurden gefunden
Diese Trophäen wurden gefunden ©LPD NÖ
Nach dem Vierfachmord von Annaberg (Bezirk Lilienfeld) am 17. September und dem anschließenden Selbstmord eines mutmaßlichen Wilderers dauern die Ermittlungen der niederösterreichischen Kriminalisten seit inzwischen drei Monaten an. Nun liegen Fotos sichergestellter Trophäen, Waffen und Co. vor, deren Zuordnung noch nicht möglich war.
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Das Bundeskriminalamt hat nunmehr Fotos sichergestellter Gegenstände aus dem Haus des Wilderers veröffentlicht. Es handelt sich um mutmaßliches Diebsgut – Hinweise sind erbeten.

Wem gehören diese Gegenstände?

Hier sind etwa 40 Gegenstände zu finden, die auf dem Anwesen des Mannes in Großpriel (Bezirk Melk) gefunden wurden. Dabei handelt es sich u.a. um Gewehre ebenso wie um eine Armbrust, Ganzkörperpräparate eines Auerhahns und eines Rotfuchses, vier Hirschgeweihe mit gekapptem Schädel oder ein Bärenfell mit präpariertem Kopf und grüner Einfassung.

Ebenfalls sichergestellt und noch nicht zugeordnet wurden etwa eine Ikone “Madonna mit Kind”, eine Knopfharmonika, mehrere Bilder, Silberbesteck, eine Geige sowie eine Zither.

300 Waffen auf Wilderer-Anwesen entdeckt

Hinweise sind an das Landeskriminalamt NÖ (Tel. 059133 – 30 3333) zu richten. Dort hatte es zu Monatsbeginn auf Anfrage geheißen, dass mit einem Abschluss der Ermittlungen erst nach dem Jahreswechsel zu rechnen sei.

Sicherstellung der Gegenstände abgeschlossen

Fast exakt drei Monate nach dem Vierfachmord von Annaberg haben die Ermittler einen Schlussstrich unter die Sicherstellung von Gegenständen teilweise ungeklärter Herkunft in Wohnhaus und Bunker des mutmaßlichen Wilderers im Bezirk Melk gezogen. Insgesamt wurden u.a. 305 Schusswaffen, Munition, 90 Hirsch- und etwa 500 Reh- sowie 100 Gamstrophäen sichergestellt.

91 Straftaten zugeordnet: Zehn Millionen Euro Schaden

Insgesamt 91 Straftaten soll der mutmaßliche Wilderer aus Großpriel seit 1994, vorwiegend in Niederösterreich und der Steiermark, verübt haben, hieß es in einer Aussendung der NÖ Landespolizeidirektion am Donnerstag. Auch Einbrüche in Wien, Kärnten und Salzburg konnten dem Mann nachgewiesen werden. Der bisher festgestellte Gesamtschaden beläuft sich auf rund zehn Millionen Euro.

“Wir haben jetzt einmal eine Zwischenbilanz gemacht. Alle Gegenstände wurden sichergestellt, aber es konnten noch nicht alle Trophäen und Waffen zugeordnet werden”, sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager der APA. Bisher sei die Herkunft von etwa 200 Schusswaffen, einer Vielzahl von Bildern, Antiquitäten, Tierpräparaten, vier Motorrädern, 21 Kennzeichen und drei Pkw-Anhängern geklärt worden.

49 Einbrüche durch Wilderer, elf Mal Brandstiftung

Auf das Konto des mutmaßlichen Wilderers gehen ebenso 49 Einbrüche in Jagdhäuser, Jagdschlösser, Schießstätten und ein Wildtiermuseum. Zudem soll er elf Objekte in Brand gesetzt haben. Bis Herbst 2013 hat der Verdächtige den Ermittlungen zufolge 14 Pkw- und Lkw-Einbruchsdiebstähle begangen sowie vier Motorräder und 21 Kennzeichen gestohlen. Bei den Bestohlenen handle es sich größtenteils um Jäger, auch befreundete Jagdkollegen seien nicht verschont geblieben.

Laut Ermittlern hat der Beschuldigte zudem seit Mitte 2000 im niederösterreichischen-steirischen Grenzgebiet rund 25 Hirsche gewildert, wobei bis dato 14 sichergestellte Hirschgeweihe den Tatorten eindeutig zugeordnet wurden. Der 55-Jährige habe die Hirsche vorwiegend auf Brunft- und Fütterungsplätzen, die in unmittelbarer Nähe zu einer Durchzugsstraße lagen, erschossen. Danach trennte er diesen das Haupt samt Geweih ab.

Trophäen weisen aufs Wildern hin

Die Hälfte der 600 sichergestellten Reh- und Gamstrophäen weist keine Markierung, wie sonst bei Trophäen üblich, auf. Demnach sei davon auszugehen, dass ein Großteil davon ebenfalls gewildert wurde. In einer Kühltruhe im Keller des Hauses wurden 29 tiefgefrorene Rehbockhäupter gefunden.

Der mutmaßliche Wilderer hatte am 17. September drei Polizeibeamte und einen Sanitäter erschossen. Danach verschanzte er sich in seinem Anwesen in Großpriel, wo er sich schließlich durch einen Kopfschuss das Leben nahm.

(apa/red)

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