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Wiens Bäder werden um 26 Millionen Euro saniert

Wer in Wien mit Beginn der kalten Jahreszeit in beheizten Becken schwimmen will, steht beim Donaustädter und beim Theresienbad derzeit vor verschlossenen Türen. Sie werden - als Teil eines 26,6 Mio. Euro schweren Projekts - generalsaniert. Stadtreporter Videos: Krapfenwald  | Gänsehäufel  | Gänsehäufel  

Wien ist nämlich seit geraumer Zeit dabei, zehn seiner städtischen Bäder mit moderner Umwelttechnik auszustatten. Durch den geringeren Energieverbrauch könnten mindestens 2,8 Mio. Euro jährlich eingespart werden, so der Bäderbeauftragte Martin Kotinsky.

Mittlerweile wurde seit dem Jahr 2000 für zehn Bäder ein sogenanntes Energiespar-Contracting abgeschlossen. Der Großteil der Bauarbeiten ist bereits abgeschlossen. Neben sieben Hallen- und Kombibädern (Jörgerbad, Brigittenau, Floridsdorf, Simmering, Hietzing, Döbling, Großfeldsiedlung) ist auch das Laaerbergbad als bisher einziges Freibad einer umfassenden Umgestaltung unterzogen worden. Mit der Sanierung von Donaustädter und Theresienbad – ebenfalls Anstalten mit Indoor-Bereich – bis Ende des Jahres befindet sich die stufenweise Aufrüstung der Anstalten nach aktuellen ökologischen Standards nun in einer vorläufigen Schlussphase.

Der Besucher selbst sieht von den Änderungen nur wenig: Im Zuge der Anpassungen würden etwa Solaranlagen und Wärmepumpen errichtet sowie Heizungs- und Lüftungsanlagen optimiert, erklärte Kotinsky. Darüber hinaus würden Wärmerückgewinnungsanlagen installiert, Regelungsanlagen und Pumpen erneuert. Aber auch vergleichsweise kleine Änderungen wie energiesparende Beleuchtung oder wassersparende Armaturen würden sich positiv auswirken.

Mit Abschluss der Arbeiten könnten dann insgesamt 605.000 Kubikmeter Wasser oder 52 Prozent jährlich eingespart werden. Zudem würde sich der Verbrauch bei Fernwärme um knapp 20.000 MWh (Megawattstunden) oder 57 Prozent und bei Erdgas um knapp 2.400 MWh bzw. 68 Prozent reduzieren. Nur der Bedarf an Strom werde durch die neuen Pumpen um etwa 270 MWh oder 3 Prozent leicht ansteigen. Diesen Mehraufwand einberechnet, könnten in Summe 3.100 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Realisiert wird das Vorhaben als PPP-Modell (Public Private Partnership). Die Investitionen belaufen sich größtenteils auf 1,5 bis zwei Mio. Euro pro Bad. Rentierten sollten sich die Investitionen nach durchschnittlich 9,5 Jahren. Nur das Theresienbad, das noch bis Ende Dezember geschlossen ist, schlägt mit der außerordentlich hohen Kostensumme von neun Mio. Euro zu Buche. Das liege daran, dass hier auch der komplette Saunabereich neu gemacht werde, so Kotinsky.

Mit Wiederaufnahme des Betriebs in der Donaustadt und im Theresienbad sind dann nur noch zwei städtische Indoor-Bäder ausständig: Das Amalienbad und das Ottakringer Bad. In diesen Fällen werde man frühestens 2009 mit der Planungsphase beginnen. Ähnliche Maßnahmen in den 16 Sommer-, Sauna- und Brausebädern der Stadt sind laut Kotinsky nicht angedacht. Hier wäre das Einsparpotenzial zu gering. Das Laaerbergbad stelle deshalb eine Ausnahme dar, da es das einzige Freibad mit Sprungturm sei. Durch die Tiefe des Sprungbeckens und der damit verbundenen, enormen Wassermenge ließe sich hier doch einiges einsparen.

Das Brigittenauer Bad ist derzeit übrigens ebenso bis auf weiteres geschlossen. Schuld daran sind allerdings keine ökologischen Maßnahmen, sondern die Behebung von Brandschäden. In der Nacht zum 1. Oktober war ein Feuer in der Herrensauna des Bades ausgebrochen.

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