Wiener Stadion Center: Geschäftiges Treiben am Tag der Eröffnung

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Einen regelrechten Besucheransturm hat Wiens neuestes Einkaufszentrum, das „Stadion Center“ beim Ernst-Happel-Stadion, am Tag seiner Eröffnung erlebt.

Bereits vor dem Aufsperren um 9.00 Uhr sei „eine Menge“ Leute dagewesen, bestätigte ein Mitarbeiter des Sicherheitspersonals heute, Donnerstag, der APA. „Die sind bis da hinten gestanden“, schilderte der in Anzug gekleidete Mann, der mit einigen Kollegen bei den Eingangstüren positioniert war.

Allein die Straßenbahnlinie 21, die bei der „Meiereistraße“ direkt vor dem Einkaufszentrum hält, chauffierte alle paar Minuten einen beträchtlichen Anteil der Gäste. Diese drängten an der Haltestelle engagiert zum Ausgang und eilten teilweise gar im Laufschritt dem neu aufgesperrten Einkaufstempel entgegen. Dabei gestaltete sich das Publikum vielfältig: Frauen mit Kinderwagen, langen Gewändern und Kopftuch waren ebenso vertreten wie Männer in legerer Freizeitkleidung mit Jeans und Pullover. Aufgrund des herbstlich-nassen Wetters waren einige der Gäste auch mit Regenschirmen erschienen.

Die 70 Geschäfte auf einer Fläche von 21.000 Quadratmetern füllten sich relativ rasch mit Kauflustigen. Dazu trugen auch diverse Eröffnungsangebote wie beispielsweise „Zehn Prozent bei Pimkie“, “20 Prozent bei Vögele“ oder ein „Gratis-Eis in der ONE World“ bei. Früchte getragen hatte offenbar auch die umfangreiche Bewerbung des Einkaufszentrums vor dem dreitägigen Fest zum Verkaufsstart.

So stammten einige der Besucher auch von ferneren Destinationen. So etwa zwei ältere Damen, die extra von Deutsch-Wagram angereist waren und sich kurz nach 9.00 Uhr erst einmal Kipferl und Kaffee schmecken ließen. „Wir werden heute weniger kaufen und mehr schauen“, meinte eine der beiden. Die Werbung hätten sie im Radio, in der Zeitung und auch in der Straßenbahn gesehen.

„Zufällig in der Zeitung“ hätten sie von der Eröffnung gelesen, meinten zwei Schweizerinnen, die gerade auf Besuch in Wien waren. Zugeschlagen hätten sie bereits in einem der Schuhgeschäfte. Gar „jeden Tag“ erklärten zwei modisch gekleidete 16-Jährige, ab nun kommen zu wollen. Sie wohne auch lediglich zwei Minuten von hier entfernt, betonte eine von ihnen.

Das Einkaufszentrum sei für die Wienerinnen und Wiener ganz wichtig, meinte Vizebürgermeisterin und Sportstadträtin Grete Laska bei der gemeinsamen Eröffnung des „Stadion Centers“ mit Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (beide S). Es gehe dann auch um die Nahversorgung, für diejenigen, die hier wohnen und arbeiten würden. Auf „viele, die auch von hier ins Stadion gehen und hoffentlich auch die österreichischen Siege sehen“ hoffte Schicker.

Kritik am neu eröffneten Stadion Center kam von der ÖVP sowie von den Grünen. Schwere Vorwürfe erhebe der Rechnungshof gegen den Errichter des neuen Einkaufszentrums, das die Nahversorgung in gewachsenen, bestehenden Einkaufsstraßen in der Leopoldstadt massiv „konkurrenzieren“ werde, meinte etwa der nicht amtsführende VP-Stadtrat Norbert Walter. Der Rechnungshof spreche in seinem Bericht unter anderem davon, dass in der wirtschaftlichen Beurteilung des Projektes keine Aufwendungen berücksichtigt wurden und dass die Projektobergrenze von 30 Mio. Euro um rund 20 Prozent überschritten worden sei. „Man kann nur hoffen, dass sich der Slogan ’Endlich ein g„scheites Einkaufszentrum’ für das Stadion Center trotz der Errichtungsgesellschaft IG Immobilien bewahrheitet“, schloss Walter.

Das Fehlen eines Verkehrskonzeptes rund um das Stadion Center kritisierte der Umweltsprecher der Grünen Wien, Rüdiger Maresch. „Die Umweltverträglichkeitsprüfung wurde trickreich vermieden“, so Maresch. Abgesehen von der schlechten Verkehrsanbindung, bedrohe das neue Einkaufszentrum die Nahversorgung in der Leopoldstadt.

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