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Wiener Derby am 17. Februar eine höchst emotionale Angelegenheit

Vor dem Wiener Derby gaben sich die Trainer Stöger und Schöttel betont gelassen.
Vor dem Wiener Derby gaben sich die Trainer Stöger und Schöttel betont gelassen. ©APA
Im Vorfeld des Wiener Derbys am Sonntag, den 17. Februar, geben sich die Trainer von Rapid und Austria betont gelassen. Rivalität hin oder her - "wir schätzen und mögen uns, respektieren uns. Und das ist eh mehr, als man sich in der heutigen Gesellschaft in vielen Bereichen vorstellen kann", verkündeten sie.
Rapid brennt auf Revanche

Auf Fan-Ebene ist das Wiener Fußball-Derby zwischen Rapid und der Austria am Sonntag wieder eine höchst emotionale Angelegenheit. Auch die Spieler lassen sich am Platz schon einmal von der in allen Schattierungen gelebten Rivalität anstecken. Umso bemerkenswerter ist das Kontrastprogramm der beiden aktuellen Trainer Schöttel und Stöger: Peter und Peter kennen einander nicht nur schon seit einer halbe Ewigkeit, sondern bringen dem jeweils anderen auch ein gerütteltes Maß an Sympathie und Wertschätzung entgegen. “Es ist eine große gegenseitige Wertschätzung da”, sagte der 45-jährige Schöttel über seinen nur um 349 Tage älteren Konterpart. “Das ist spätestens seit der Zeit, als wir gemeinsam bei Rapid gespielt haben so.” Im Sommer 1995 stieß Stöger – mit sechsjähriger Austria-Vergangenheit im Gepäck – zu den Hütteldorfern, wo Schöttel seine gesamte Spielerkarriere verbrachte. Die Vereinstreue ist auch einer wenigen Unterschiede in der aktiven Laufbahn der beiden: Stöger kickte neben Rapid und der Austria u.a. auch für die Vienna, Innsbruck, den LASK und Admira Wacker.

Stöger und Schöttel kennen sich lange und gut

Stöger, der als offensiver Mittelfeldmann gemeinsam mit Verteidiger Schöttel in 76 Liga-Partien (zwischen Sommer 1995 und Winter 97/98) und auch im Europapokalfinale 1996 auf dem Feld stand, in 32 Ligaspielen wiederum als sein Gegner agierte, sah es ähnlich. “Ich weiß nicht, ob man es als Freundschaft bezeichnen kann, dazu sehen wir uns zu wenig”, stellte Stöger fest. “Aber wir schätzen und mögen uns, respektieren uns. Und das ist eh mehr, als man sich in der heutigen Gesellschaft in vielen Bereichen vorstellen kann.”

Die Karriere der beiden Wiener verlief nicht nur als Aktive – Stöger kam im Nationalteam auf 65, Schöttel auf 62 Einsätze, beide waren bei der WM 1998 im Einsatz – in ähnlichen Bahnen. Auch danach gab es auffällige Gemeinsamkeiten. “Unsere Zeit nach der aktiven Zeit kann man vergleichen. Wir waren beide beim ORF Experte, beide in der Regionalliga Trainer, unsere erste Bundesliga-Station war Wiener Neustadt, danach haben wir den Sprung zu einem Wiener Großclub geschafft. Deswegen verbindet uns schon sehr viel”, betonte Schöttel, der in der Ostliga als Sportklub-Coach zum Trainerrivalen von Stöger (Vienna) wurde, eher er mit seinem Pendant in Döbling sogar als Manager zusammenarbeitete. Von Wr. Neustadt ging Schöttel 2011 zu Rapid, sein Nachfolger bei den Niederösterreichern folgte 2012 mit dem Sprung an den Verteilerkreis.

Trainer vor dem Derby betont gelassen

“Ich habe zwar mit keinem Trainer wirkliche Probleme, aber zu Schöttel besonders viel Bezug. Wir kommen gut miteinander aus”, betonte Stöger. “Wir haben zwar nicht engen Kontakt, aber wenn wir uns sehen, haben wir immer eine gute Zeit miteinander.” Zumindest per Kurzmitteilung wird kommuniziert. “Als Rapid in die Gruppenphase eingezogen ist, hat er von mir ein positives SMS bekommen, nach der Herbstsaison hat er mir geschrieben, dass ich es ihm nicht ganz so leicht gemacht habe in dieser Saison”, erklärte Stöger.

Welche Eigenschaften des anderen schätzen die beiden in fachlicher Hinsicht am meisten? “Stöger ist sehr konsequent in seinen Entscheidungen, seine Mannschaft wirkt sehr gut organisiert”, meinte Schöttel. “Im Gegensatz zum Vorjahr, als die Austria auch schon eine gute Mannschaft hatte, versteht er es offensichtlich, das Maximum aus den Spielern herauszuholen, deswegen sind sie auch so weit vorne.” Gerade charakterlich sah er eine ähnliche Veranlagung. “Es ist wichtig für einen Trainer, Extreme in jede Richtung zu vermeiden, nicht himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt zu sein, und ich glaube, dass wir das beide können.” In dieselbe Kerbe schlug Stöger, der an Schöttel mag, “dass er als Trainer und vor der Kamera so ist, wie er ist, was nicht so leicht ist. Er hat eine dicke Haut. Man muss wissen, wo man sich ein bisschen zurücknimmt. Er ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse.” (APA)

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