Wiener Burgtheater: Silvia Stantejsky äußert sich zu den Vorwürfen

Die Enlassung der Vizedirektorin wird ein Nachspiel haben.
Die Enlassung der Vizedirektorin wird ein Nachspiel haben. ©APA
Nach ihrer Entlassung hat sich Silvia Stantejsky, die Vize-Direktorin des Wiener Burgtheaters, zu den Vorwürfen geäußert. Außerdem gab es weitere Solidaritätsbekundungen und ein parlamentarisches Nachspiel kündigt sich an.
Stantejsky wurde entlassen
Ensemble zeigt sich solidarisch

“Anstatt die Verantwortung bei sich selbst zu suchen, erklären die beiden Herren eine langjährige loyale Mitarbeiterin zum Sündenbock, sprechen die Entlassung aus, ohne im Detail zu erläutern, worin die Vorwürfe eigentlich bestehen, und waschen ihre Hände in Unschuld”, so der Grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl in einer Aussendung. Umso wichtiger sei es daher, die Bundestheater wieder der parlamentarischen Kontrolle zu unterstellen. Im aktuellen Fall haben die Grünen eine Anfrage eingebracht – in den vergangenen Jahren habe man aber wegen der Ausgliederung keine Antworten erhalten.

Solidarität mit Silvia Stantejsky

Zu den Solidaritätsbekundungen des Burgtheater-Ensembles kamen am Mittwoch Statements von prominenten Schauspielern gegenüber “News”. So bekundet Gert Voss, Stantejsky sei “eine der wichtigsten Personen” in “all meinen Wiener Jahren” gewesen. “Was ihr jetzt vorgeworfen wird, glaube ich nicht: Sie hat in all der Zeit nie an sich gedacht, immer an das Theater.” Ihre Kündigung sei “ein entsetzlicher Verlust”, man solle Stantejsky “möglichst rasch zurückholen”. Für Peter Simonischek war die Vizedirektorin “die Seele des Hauses”. Statt künstlerische Höhenflüge zu bremsen, wie es kaufmännische Direktoren oft täten, habe sie “immer versucht, alles zu ermöglichen. Und das mit definitiv immer weniger Geld.”

Entlassung wegen Unregelmäßigkeiten

Die Vorwürfe, die zu der im Dezember ausgesprochenen Entlassung geführt haben, beziehen sich auf Unregelmäßigkeiten, die eine Gebarungsprüfung der vergangenen Spielzeit, für die Stantejsky als kaufmännische Geschäftsführerin zuständig war, zutage gebracht habe. Dem Haus sei daraus kein finanzieller Schaden erwachsen, doch Buchungsvorgänge seien derart aufklärungsbedürftig, dass sofortige dienstrechtliche Konsequenzen notwendig gewesen seien, hieß es seitens der Direktion.

Gegenüber “News” bekräftigte Burg-Direktor Hartmann nun: “Natürlich ist es die Pflicht der Holding und auch meine, lückenlose Aufklärung zu fordern, wenn sich unsere Geschäftsvorgänge nicht transparent darstellen lassen.” Allerdings sei “Silvi Stantejsky eine Freundin, welcher man uneingeschränkt glauben möchte”.

Entlassene Vizedirektorin meldet sich zu Wort

“Ich habe während meiner über dreißigjährigen Anstellung ausschließlich die Interessen des Burgtheaters verfolgt und für das Burgtheater gelebt”, so Stantejsky in einer schriftlichen Stellungnahme. “Die Entlassung hat mich persönlich schwer getroffen, zumal ich das Burgtheater stets nach bestem Wissen und Gewissen vertreten habe und mir nichts vorzuwerfen ist.” Sie freue sich “über die große Solidarität durch das Ensemble und die Mitarbeiter des Burgtheaters”. (APA)

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