Wiener Arzt verrechnete nicht erbrachte Leistungen: 250.000 Euro Schaden

Am Montag beginnt in Wien der Prozess gegen einen praktischen Arzt, der jahrelang nicht erbrachte Leistungen in Rechnung gestellt haben soll. Der Schaden beläuft sich auf rund 250.000 Euro.

Die Staatsanwaltschaft legt der Arzt gewerbsmäßigen schweren Betrug zur Last und geht von einem Schaden von 250.000 Euro aus.

Arzt verrechnete nicht erbrachte Behandlungen

Bei 200 Patienten soll der Mediziner mittels derer E-Cards Behandlungen vorgegeben haben, die – wie Überprüfungen der Behörden ergaben – offenbar niemals stattfanden. Da der Angeklagte im Vorfeld nicht geständig war, müssen zahlreiche Patienten als Zeugen vernommen werden. Der Prozess wird daher frühestens am 28. Oktober zu Ende gehen.

Angeklagter dürfte Drogen-Szene versorgt haben

Der Arzt war vor knapp eineinhalb Jahren den Behörden aufgefallen. Es wurde bekannt, dass er die Drogen-Szene mit Substitutionsmedikamenten versorgt haben dürfte, indem er Rezepte für psychotrope Stoffe an Nichtberechtigte weitergab. Im Zuge der umfangreichen Ermittlungen kamen dann auch die Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung mit der WGKK zutage. Für den Arzt gilt die Unschuldsvermutung. Die Wiener MA 40 (Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht) hatte schon vor einigen Wochen ein Verfahren eingeleitet. Der Arzt wurde aus der Liste der aktuell zur Drogenersatztherapie Berechtigten gestrichen. Ärzten in seiner Umgebung war nach dem Einschreiten der Behörden zunächst aufgefallen, dass plötzlich zahlreiche Drogenpatienten auftauchten, die neue betreuende Ärzte für die Substitutionstherapie benötigten. Zum Teil waren ihnen zuvor offenbar auffällig hohe Dosierungen an Beruhigungsmitteln zusätzlich zu den Opiaten verschrieben worden.

(APA/red)

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