Wien-Wahl: ÖVP stellt Ursula Stenzel nicht mehr auf - Nachfolge fixiert

ÖVP-Aus für Ursula Stenzel
ÖVP-Aus für Ursula Stenzel ©APA
Wie am Dienstagabend bekanntgegeben wurde, wird Ursula Stenzel, die Ex-EU-Abgeodnete und langjährige Bezirksvorsteherin der Wiener Innenstadt, 2015 nicht mehr für die ÖVP antreten. Ersatz ist bereits gefunden.
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Wie die Partei Dienstag in einer Aussendung mitteilte, wurde Markus Figl (40) zum Spitzenkandidaten für die Bezirksvertretungswahl nominiert. Er erhielt im Bezirksvorstand 100 Prozent. Landesparteichef Manfred Juraczka sprach von einem Generationenwechsel.

Stenzel wollte bei Wien-Wahl antreten

Stenzel war am Dienstagabend vorerst nicht erreichbar. Sie hatte noch vorigen Mittwoch in der “Kronen Zeitung” mit einer neuerlichen Kandidatur geliebäugelt: “Ich bin gerne bereit nochmals antreten, wenn die Partei will.” Auch die Möglichkeit einer Kandidatur per eigener Namensliste war im Raum gestanden. Zumindest die ÖVP wusste davon am Dienstag aber nichts und sagte, es sei mit Stenzel über einen Rückzug aus der Politik gesprochen worden.

Dank an die “Bezirksbürgermeisterin”

Juraczka dankte Stenzel für ihre Arbeit. “Sie war für die Bewohnerinnen und Bewohner eine ‘Bezirksbürgermeisterin’ und hat viel für den Ersten Bezirk geleistet”, so der Landesparteichef. Bekannt wurde die 69-jährige als ORF-Moderatorin, bevor sie 1996 als ÖVP-Spitzenkandidatin bei der EU-Wahl antrat. Nach zwei weiteren Kandidaturen 1999 und 2004 wechselte Stenzel in die Kommunalpolitik, wo sie 2005 zur Bezirksvorsteherin der Wiener City angelobt wurde.

Markus Figl nun Spitzenkandidat

Figl ist bereits Bezirksobmann der ÖVP in der Innenstadt und war Kabinettsmitarbeiter beim zurückgetretenen Finanzminister und VP-Chef Michael Spindelegger. Alles zur Wien-Wahl 2015 finden Sie hier.

Zukunft von City-Chefin offen

Ob das bedeutet, dass sich Stenzel ganz aus der Politik zurückzieht, ist nicht restlos geklärt. Stenzel selbst war vorerst nicht erreichbar.

Die ehemalige TV-Moderatorin und Europapolitikerin ist seit 2005 Vorsteherin im ersten Bezirk. Zwar setzte es bei den (gleichzeitig mit der Gemeinderatswahl stattfindenden, Anm.) Bezirkswahlen 2010 ein Minus von mehr als 5 Prozentpunkten (Wahlergebnis: 38 Prozent), die streitbare Politikerin ließ zuletzt aber wiederholt anklingen, dass sie sehr gerne noch einmal kandidieren würde. Auf der ÖVP-Liste wird sie dies, das ist inzwischen klar, jedenfalls nicht mehr tun.

Differenzen mit der ÖVP?

Bezirksvorsteherin wird sie bis zum Urnengang im kommenden Jahr wohl bleiben. Theoretisch möglich wäre, dass sie bei diesem mit einer eigenen Liste antritt. Zumindest laut ÖVP ist davon nichts bekannt. Es habe mit Stenzel schon vor längerer Zeit Gespräche über einen möglichen Rückzug gegeben, hieß es gestern. Medial wird jedoch kolportiert, dass es durchaus Differenzen um das Vorgehen in der für die ÖVP so wichtigen Innenstadt gab.

Der neue Spitzenkandidat Markus Figl wurde jedenfalls – wie von der Partei betont wurde – im Bezirksvorstand mit 100 Prozent der Stimmen gewählt. Figl ist Chef der City-ÖVP in der Innenstadt, Kabinettsmitarbeiter von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) und außerdem Großneffe des früheren Bundeskanzlers Leopold Figl (1902-1965).

(apa/red)

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