Wien-Wahl: Karl Schnell erfreut - SPÖ, ÖVP und Grüne zurückhaltend

In Salzburg hat sich am Sonntag einzig FPÖ-Landesparteichef Karl Schnell erfreut über das Wiener Wahlergebnis gezeigt. Die Salzburger SPÖ, ÖVP und die Grünen reagierten zurückhaltend.

“Die SPÖ in Wien hat respektabel abgeschnitten”, sagte LH Gabi Burgstaller (SPÖ). LHStv. Wilfried Haslauer (ÖVP) meinte, das Abschneiden der Wiener ÖVP sei für Salzburg nicht relevant. Grünen-Sprecher Cyriak Schwaighofer zeigte sich trotz Stimmenverluste froh darüber, dass sich die Grünen “nicht vor den Karren von Heinz-Christian Strache spannen lassen”.

“Der wahrscheinlich knappe Verlust der absoluten Mandatsmehrheit der SPÖ ist bedauerlich. Es ist aber auch nicht wegzudiskutieren, dass ein Wahlergebnis von annähernd 45 Prozent in einer Großstadt außergewöhnlich ist”, erklärte Burgstaller. Es stelle sich die Grundsatzfrage, “ob Politik heute noch in einer zeitgemäßen Form vermittelt wird. Hier denke ich insbesondere an die Jugend, die sich oft zu wenig wahrgenommen fühlt”. Den Zuwachs der Freiheitlichen sah sie weniger als Erfolg der inhaltlichen Arbeit der FPÖ, sondern “als Ausdruck der Ablehnung einer Politik, von der sich viele offenbar nicht mehr in ausreichendem Maß angesprochen fühlen”. Sie werde sich aus Salzburg nicht an Koalitionsspekulationen beteiligen, betonte Burgstaller.

“Es ist eine klare Niederlage für die Wiener SPÖ und ÖVP”, gab ÖVP-Landesparteiobmann Haslauer unumwunden zu. Wien sei eben anders, deshalb habe das Wahlergebnis auch keine Relevanz für Salzburg. Der Ausgang der Wahl bestätige auch seine Kritik daran, dass mit der Budgeterstellung bis nach den Wahlen zugewartet wurde. Die Vorgangsweise der Bundesregierung habe sich sicher nicht positiv auf das Wahlergebnis ausgewirkt, meinte Haslauer.

“Das rote Wien ist blau geworden, die ÖVP versinkt in die Bedeutungslosigkeit”, freute sich Karl Schnell. “Ein Traumtag, die SPÖ hat die Absolute verloren.” Er habe sich eigentlich kein anderes Wahlergebnis erwartet, den die SPÖ und ÖVP würden die Sorgen und Wünsche der Bevölkerung ignorieren, erklärte der FPÖ-Landesparteichef. Bei der nächsten Wien-Wahl werde Strache ohne Zutun der beiden Parteien Bürgermeister werden, prophezeite Schnell. Nach Salzburg, Steiermark und Wien gehe der Weg der Freiheitlichen weiterhin bergauf.

Glücklich über das Wahlergebnis der Wiener Grünen zeigte sich der Salzburger Grünen-Landessprecher zwar nicht, “aber die Richtung der Grünen stimmt schon”, ist Cyriak Schwaighofer überzeugt. Die von den Medien wochenlang hochgespielten Differenzen der Grünen in den Wiener Bezirken hätten vermutlich Stimmen gekostet. “Die Grünen sind nach wie vor die Menschenrechtspartei und lassen sich Gott sei Dank nicht vor den Karren von Strache spannen.” Denn was dann passiere, habe jetzt die ÖVP mit ihrem rechten Kurs erleben müssen, spielte Schwaighofer auf die am vergangenen Donnerstag erfolgte Abschiebung eines Kosovaren samt seinen beiden achtjährigen Töchtern an. Denn was das Ausländerthema betreffe, würden die Leute “lieber zum Schmied als zum Schmiedl gehen”.

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