Wien: Neandertaler will Bildungs-Steinzeit abwenden

Der Neanderthaler ist überall vor Ort, wo Bildung stattfindet - hier vor der Wiener Hauptbücherei
Der Neanderthaler ist überall vor Ort, wo Bildung stattfindet - hier vor der Wiener Hauptbücherei ©APA / Helmut Fohringer
Am Freitag wurde das Rätsel um den Neandertaler gelüftet, der in den letzten Wochen mehrfach auf Wiens Straßen gesichtet wurde: Der Steinzeitmensch will auf die überalteten Zustände im österreichischen Bildungssystem hinweisen.
Neandertaler in Wien unterwegs
Der Neandertaler war da

Viele haben ihn auf den Straßen der Bundeshauptstadt gesehen – kaum jemand wusste, wer oder was sich hinter dem authentisch gekleideten Neandertaler verbirgt. Während seine Identität nach wie vor unbekannt ist, wurde sein Geheimnis nun gelüftet: Der in Felle gehüllte Urzeitling ist in Sachen Bildungsvolksbegehren unterwegs. Dieses findet von 3. bis 10. November 2011 statt und soll das Bildungssystem österreichweit verbessern.

“Der Neandertaler verkörpert die Bildungs-Steinzeit in unserem Land”, sagte Matthias Schickhofer, der Mitorganisator des Volksbegehrens, gegenüber der Zeitung “Heute”. “Denn unser Schulsystem stammt aus den Zeiten Maria Theresias. Notendruck, Unterrichtseinheiten … hier finden sich viele Vergleiche zur Steinzeit.”

Ein Neandertaler auf Bildungs-Mission

Dazu passen auch die Orte, an denen der “Homo neanderthalensis” seit Juni auftauchte: von den Hörsälen der Hauptuni bis hin zur Wiener Hauptbücherei. Am Nationalfeiertag war der Neandertaler am Wiener Heldenplatz mit einem Schild zu sehen, auf dem “Bieldung?” zu lesen stand – dokumentiert auf seiner Facebook-Fanpage.

Robert Hanke, der Erfinder des Volksbegehren-Maskottchens, ist mit den Reaktionen, die der Neandertaler hervorruft, jedenfalls vollauf zufrieden. Er meinte gegenüber “Heute”:  “Der große Erfolg hat unsere Erwartungen übertroffen. Das liegt aber auch am Schauspieler. Der lebt und liebt seine Rolle.”

Auf Facebook waren die Reaktionen auf die Hintergründe der Neandertaler-Mission jedoch gemischt – während sich einige freuten, dass es sich um keine Werbeaktion, sondern um einen unterstützenswerten Zweck handelte, waren andere regelrecht enttäuscht, dass das spannende Rätselraten um den Neandertaler nun ein Ende findet.

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