Wien Museum: Standortfrage noch immer nicht geklärt

Bis zum Sommer soll es ein Konzept für das "Wien Museum Neu" geben.
Bis zum Sommer soll es ein Konzept für das "Wien Museum Neu" geben. ©APA
Bis zum Sommer 2013 soll in der Causa "Wien Museum Neu" ein "Vorgehenskonzept" erstellt werden, so die Leiterin der Wiener Baudirektion, Brigitte Jilka. Zwei Optionen sind im Gespräch: Die Erweiterung des Standortes am Karlsplatz oder ein Neubau beim Hauptbahnhof.
Neuer Standort soll bald feststehen

Die Baudirektion wurde von Bürgermeister Michael Häupl mit der Koordination bzw. Vorbereitung der Standortentscheidung betraut. “Unsere Aufgabe ist, alles, was an Unterlagen da ist, zusammenzuklauben”, umriss die Wiener Baudirektorin ihre Aufgabe. Angesichts der schon jahrelangen Debatte rund um den Museumsstandort gibt es davon wohl genug. Bei den Unterlagen handelt es sich laut Jilka etwa um Expertisen aus dem Finanzbereich, aber auch aus dem Museum selbst. Sie würden nun einem “Plausibilitätscheck” unterzogen und zusammengefasst.

Künftiger Standort des Wien Museums

Ziel sei die Klärung der technischen oder inhaltlichen Rahmenbedingungen. Danach werde die Baudirektion einen Vorschlag zum weiteren Projektmanagement abgeben. Dieses Vorgehenskonzept soll laut Jilka bis zum Sommer erarbeitet werden. “Auch eine Nachnutzungsmöglichkeit wird darin erörtert, falls der alte Standort verlassen wird”, berichtete die Dienststellenleiterin. Ein Architekturwettbewerb soll ebenfalls vorbereitet werden. Weiters wird das Konzept Vorschläge enthalten, wie die Bevölkerung in die Umsetzung eingebunden werden kann, sobald eine Standortentscheidung gefallen ist.

Die wird jedoch nicht von den Koordinatoren, sondern von den politisch Verantwortlichen getroffen, wie Jilka betonte – wobei sie zugleich versicherte: “Es gibt keinen eindeutig besten Standort.” Welche der beiden Varianten geeigneter sei, hänge etwa davon ab, wie das neue Haus konzipiert wird: “Das kommt zum Beispiel darauf an, wie das Bespielungskonzept aussieht.”

Auch die Kostenfrage ist noch offen

Die Baudirektion widmet sich auch den Kosten. Wobei diese laut Jilka derzeit noch nicht beziffert werden können, was auch an der Art des Projektes liege: “Ein Museumsbau ist ein Solitär.” Allerdings sei davon auszugehen, dass es ohnehin einen von der Stadt eingezogenen Kostendeckel geben werde. Tatsächlich hat die Stadt zuletzt bereits einen solchen Kostenrahmen genannt – veranschlagt werden demnach rund 70 bis 100 Millionen Euro. Dass eine Koordinationsstelle beauftragt wurde, ist übrigens kein Indiz dafür, dass sich die Politik nicht entscheiden kann, wie Jilka versicherte. Die Baudirektion sei bei großen Projekten stets eingebunden. Und es sei auch schon viel geschehen, beteuerte sie: “Wie haben schon einen sehr langen, zielgerichteten Prozess hinter uns. Immerhin haben wir bei 15 Standorten angefangen, die wurden bereits auf zwei reduziert.”

Eine eindeutige Präferenz hat bisher aber lediglich Museumsdirektor Wolfgang Kos geäußert, der für einen Zubau plädiert. Das grundsätzliche Problem dabei: Der Bau des Architekten Oswald Haerdtl steht unter Denkmalschutz, größere Eingriffe sind daher nur mit Einschränkungen möglich. (APA)

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