Wien: 23 illegale Einwanderer am Liesingbach aufgegriffen

Die Einwanderer stammten hauptsächlich aus Syrien.
Die Einwanderer stammten hauptsächlich aus Syrien. ©APA/BARBARA GINDL
Am Montagmorgen wurden 23 illegale Immigranten im Bereich des Wiener Liesingbaches aufgegriffen. Die Personen wurden in ein Polizeianhaltezentrum gebracht.

Am Montag und Viertel vor acht wurden im Bereich des Liesingbachs in Wien 23 Personen aufgegriffen. Eine Kontrolle der 22 Syrer und einem Palästinenser ergab, dass sie sich nicht rechtmäßig in Österreich aufhielten. Sie wurden im Anschluss in ein Polizeianhaltezentrum gebracht. Ermittlungen zum Transport und der Route der Angehaltenen sind im Gange.

108 Flüchtlinge in einer Woche aufgegriffen

Damit sind innerhalb einer Woche 108 Flüchtlinge in dem Bereich aufgegriffen, bestätigte die Polizei am Dienstag einen entsprechenden Bericht der "Kronen Zeitung". Der erste Aufgriff erfolgte am 28. September, der bisher letzte am Montag. Laut Polizei ist noch nicht abgeklärt, woher die Migranten kamen. Üblicherweise lassen Schlepper aber Flüchtlinge am nicht so dicht besiedelten Stadtrand in Autobahnnähe aussteigen, wo sie selbst auf schnelle Abfahrtswege und nicht so viele Zeugen hoffen können. Das wäre an der betreffenden Stelle in Oberlaa mit der S1 auch gegeben.

Tatzgern berichtet von Plus bei Aufgriffen von Flüchtlingen

Gerald Tatzgern, Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität im Bundeskriminalamt, berichtete, dass im September ein sehr starken Anstieg bei den Aufgriffen von Flüchtlingen in der Peripherie der Bundeshauptstadt beobachtet wurde. Während in den Monaten davor jeweils nur ein leichter Anstieg verzeichnet wurde, hätten sich die Zahlen im September sprunghaft nach oben bewegt.

Einer der Gründe dafür ist Tatzgern zufolge, dass der Kontrolldruck im Burgenland verstärkt wurde, wie er am Dienstag zur APA sagte. "Die Bevölkerung ist stärker sensibilisiert, dazu kommen verschärfte Kontrollen durch Bundesheer und Polizei. Damit haben es Abholfahrzeuge sehr schwer." Die Schlepperbekämpfer vermuten, dass zumindest eine, vermutlich aber mehrere Tätergruppen, dazu übergegangen sind, Migranten über die Grenze nach Österreich zu bringen, das Burgenland auf schnellstem Weg zu durchqueren und sie in der Peripherie des Ballungsgebietes Wien aus den Schlepperwägen aussteigen zu lassen.

Flüchtlinge aus Afghanistan waren Thema

Allerdings gehe auch mindestens ein Großaufgriff auf Ermittlungen zurück, sagte Tatzgern. "Ein Fahrzeug wurde identifiziert und gestoppt. 40 Menschen wurden aufgegriffen, nach dem Schlepper wird gefahndet", schilderte der Leiter der Zentralstelle. Der Täter sei nämlich geflüchtet.

Auffällig sei, dass bisher trotz der Machtübernahme der Taliban noch sehr wenige Flüchtlinge aus Afghanistan in Österreich aufgegriffen werden, und wenn, sind diese bereits zuvor in Ländern des Westbalkans bzw. der Türkei gewesen. "Wir rechnen aber noch im Oktober mit den ersten Geschleppten aus Afghanistan, die sich vor den Taliban in Sicherheit bringen wollen", sagte Tatzgern.

(APA/red)

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