Welt-Drogentag 2012: Über 200 Millionen Drogenkonsumenten weltweit

Zum Welt-Drogentag wird einmal mehr auf die Gefahren von Heroin und Co. hingewiesen
Zum Welt-Drogentag wird einmal mehr auf die Gefahren von Heroin und Co. hingewiesen ©APA
Am Dienstag ist Welt-Drogentag. Mehr als 200 Millionen Menschen weltweit sind direkt betroffen - so hoch ist die Zahl der Personen, die innerhalb eines Jahres illegale Drogen konsumieren. Gesundheitliche Gefahren, Kriminalität und die Behinderung nachhaltiger Entwicklung werden zu diesem Anlass thematisiert. In Wien wird die Zahl der Opiat-Abhängigen auf etwa 10.000 geschätzt.
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Zum Welt-Drogentag 2012 wird einmal mehr auf die Gefahren illegalen Suchtgifts hingewiesen. Gefährdet sind speziell jene Personen, die ständig riskanten Drogenkonsum – zum Beispiel durch Injizieren von Opiaten wie Heroin – haben. Pro Jahr sterben weltweit rund 200.000 Menschen durch Heroin, Kokain etc.

Ban Ki Moon zum Welt-Drogentag

“Drogenmissbrauch und illegaler Drogenhandel haben weiterhin eine sehr negative Auswirkung auf Entwicklung und Stabilität in aller Welt”, stellte anlässlich des Welt-Drogentages UNO-Generalsekrektär Ban Ki Moon fest. Bei einer Sondersitzung der UNO-Generalversammlung wird am Dienstag der neue Welt-Drogenbericht des UNO-Büros für Drogen und Verbrechensbekämpfung (UNODC) mit Sitz in Wien präsentiert.

Dem Kriminalitätsaspekt steht der für die Betroffenen viel wichtigere Gesundheitsaspekt gegenüber. Man nimmt an, dass innerhalb eines Jahres 200 Millionen Menschen weltweit zu illegalen Drogen greifen. Am gefährlichsten – wegen Infektionen mit HIV und Hepatitis B und C sowie durch Überdosierungen – ist der intravenöse Drogenkonsum von Heroin und anderen Opiaten. Die meisten Todesfälle gibt es durch Mischkonsum, in Österreich vor allem von injizierten Opiaten, Alkohol und Benzodiazepinen (Schlaf- bzw. Beruhigungsmittel). Statt Strafen wären hier Hilfe und medizinische Behandlung von Abhängigen laut Experten die besten Gegenmittel.

In Österreich legale Drogen wie Alkohol und Nikotin größeres Problem

Die größte Problematik rund um Sucht und Abhängigkeit liegt aber in Staaten wie Österreich längst nicht bei den illegalen Drogen: In der Alpenrepublik haben mit Heroin maximal ein bis zwei Prozent der Menschen Konsumerfahrung.

Berücksichtigt man, dass die Zahl der Menschen mit problematischem Opiatkonsum (i.v.-Drogenkonsum, zumeist Mischkonsum) bei geschätzten 25.000 bis 37.000 Personen liegt, stellen sich Gruppe der Raucher (mehr als 30 Prozent der Bevölkerung) und jene der Alkoholabhängigen – fünf Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren und somit rund 350.000 Menschen – als ein wesentlich größeres Problem dar.Rund ein Viertel der Österreich haben zumindest problematischen Alkoholkonsum – ein Problem, das auch zum Welt-Drogentag nicht außer Acht gelassen werden soll.

“jedmayer” – Hilfe für Drogenkranke in Wien

In der Bundeshauptstadt gibt es in Kürze eine neue Anlaufstelle für Drogenkranke: das “jedmayer”. Diese Einrichtung, die am 4. Juli am Gumpendorfer Gürtel ihren Betrieb aufnimmt, löst den “Ganslwirt” ab, der lange Jahre die bekannteste Drogeneinrichtung in Wien darstellte. Betroffene erhalten dort die Möglichkeit zum Spritzentausch, und auch eine Notschlafstelle und ein Ambulatorium stehen zur Verfügung.

(apa/red)

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