Weitere Lufthansa-Streiks vorerst ausgeschlossen

Nach den größten Flugbegleiter-Streiks in der Geschichte der Lufthansa müssen die Passagiere bis in die zweite Oktoberhälfte keine derartigen Behinderungen mehr befürchten.

So lange werde das von einer Friedenspflicht begleitete Schlichtungsverfahren mindestens dauern, sagte der Chef der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters.

“Weniger als sechs Wochen sind für die Schlichtung nicht realistisch”, sagte Baublies. Zwar seien bei einem Scheitern des am Freitag vereinbarten Verfahrens weitere Arbeitsniederlegungen möglich. “Das haben wir jetzt aber nicht im Visier.”

Als mögliche Schlichter wurden in Medienberichten am Wochenende Altbundespräsident Horst Köhler, der frühere Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier, der ehemalige SPD-Chef Franz Müntefering und Hamburgs Ex-Bürgermeister Henning Voscherau genannt. “Keiner von denen ist utopisch”, sagte Baublies zu Reuters. Beide Seiten haben sich darauf verständigt, bis Mittwoch ein Schlichtungsabkommen zu unterzeichnen.

Die Lufthansa hatte am Freitag überraschend eine Kernforderung der Gewerkschaft erfüllt und damit nach Ufo-Angaben den Weg für ein Schlichtungsverfahren freigemacht. Das Unternehmen will keine geringer entlohnten Leiharbeiter mehr auf seinen Berlin-Flügen einsetzen und diesen Beschäftigten Übernahmeangebote unterbreiten.

Über dieses Thema und die noch umstrittene Übertragung von Europa-Flügen an eine konzerneigene Billigfluggesellschaft wollen beide Seiten nun in gesonderten Verhandlungen sprechen, die parallel zum Schlichtungsverfahren geführt werden. Denn dort geht es nur um die offizielle Tarifforderung der Gewerkschaft: Sie verlangt Gehaltserhöhungen um fünf Prozent bei einer Laufzeit von 15 Monaten. Die Lufthansa hat dagegen eine Erhöhung um 3,5 Prozent über drei Jahre angeboten.

Der Tarifkonflikt dauert bereits länger als ein Jahr und war zuletzt eskaliert. Am Freitag – dem dritten und bisher umfassendsten Streiktag der Lufthansa-Flugbegleiter – musste das Unternehmen etwa die Hälfte der planmäßig 1.800 Flüge streichen, darunter auch zahlreiche Flüge von und nach Österreich.

(APA)

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