Warnung vor schwerer Lebensmittelkrise im Jemen

Hilfsorganisationen haben vor dem Hintergrund der Konflikte im Jemen vor einer "verheerenden" Lebensmittelkrise in dem arabischen Land gewarnt. Mindestens zehn Millionen Menschen, fast die Hälfte der Bevölkerung, hätten nicht genug zu essen, erklärten sieben internationale Hilfswerke wie Oxfam, Care und Save the Children am Mittwoch in einem gemeinsamen Bericht.


Eins von drei Kindern leide deshalb unter “schwerer Unterernährung”. Verschlimmert wurde die Lage demnach durch die Gewalt im Norden und Süden des Landes, die in den vergangenen zwei Monate fast 100.000 Menschen in die Flucht getrieben habe. Insgesamt gebe es eine halbe Million Flüchtlinge.

Oxfam-Direktorin Penny Lawrence sagte, ein Viertel der Menschen im Jemen hätten sich bereits verschuldet, um ihre Familien zu ernähren. “Die Mütter nehmen ihre Kinder aus der Schule und schicken sie zum Betteln auf die Straße, um zu überleben”, berichtete sie. Der Leiter von Save the Children im Jemen, Jerry Farrell, warnte, dass das Land “in einer Hungerkrise von katastrophalen Ausmaßen stürzen” werde, wenn nicht schnell etwas getan werden.

Bisher konzentrierten sich die internationalen Geberländer vor allem auf Politik und Sicherheitsfragen im Jemen, kritisierte Lawrence. Die humanitäre Krise gefährde mittlerweile aber noch mehr Menschenleben. Die Europäische Union hatte erst am Montag fünf Millionen Euro an zusätzlichen Geldern für den Jemen freigegeben, mit denen die zunehmende Mangelernährung der Bevölkerung bekämpft werden soll.

Seit Beginn der Massenproteste gegen den mittlerweile abgetretenen Präsidenten Saleh im vergangenen Jahr haben die blutigen Konflikte im Jemen deutlich zugenommen. Die Regierung kämpft gegen Rebellen und auch gegen den lokalen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Bei einem Selbstmordanschlag auf Soldaten in der Hauptstadt Sanaa, zu dem sich die Terrorgruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel bekannt hat, starben am Montag über 90 Menschen.

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