AA

"Waldviertler": Mehr als 500 Unterstützer vor dem Wiener Parlament

Bei der Demo der Waldviertler-Unterstützer vor dem Parlament
Bei der Demo der Waldviertler-Unterstützer vor dem Parlament ©APA
Am Freitagnachmittag haben sich über 500 Sympathisanten des "Waldviertler"-Schuhproduzenten Heini Staudinger, dem Kopf der Firma GEA, vor dem Parlament eingefunden. Die Gruppe demonstrierte gegen die Strafbescheide der Finanzmarktaufsicht (FMA). Zuvor gab es Aufregung um einen Polizeieinsatz im FMA-Gebäude.
Bei der Demo in Wien

Die Demonstranten wehrten sich dagegen, dass die FMA gegen den GEA-Chef Staudinger wegen unerlaubter Bankgeschäfte vorgeht.

Der Fall um Waldviertler-Chef Staudinger

Es ging darum, dass dieser drei Mio. Euro von Freunden und Kunden eingesammelt hat, um damit zu expandieren. Die Geldgeber bekommen ihr Darlehen mit vier Prozent verzinst.

“Die Banken glauben, sie haben das Monopol auf unser Geld”, wetterte Staudinger vor seinen Anhängern gegen das bestehende System. Er erinnerte daran, dass die Banken “Milliarden versenkt” hätten und fragte in Richtung der Aufsichtsbehörde: “FMA, wo ist das Geld?”.

Plan: FMA-Vorstände zu Demo “einladen”

Für Aufregung sorgte ein Polizeieinsatz am Rande der Veranstaltung – und zwar gegen “Weltenwanderer” Gregor Sieböck, der von der GEA-Produktionsstätte im Waldviertler Schrems gemeinsam mit letztendlich 20 Begleitern 160 Kilometer nach Wien gewandert war um Staudinger zu unterstützen.

Vor der Protestkundgebung vor dem Parlament wollte er noch persönlich die FMA-Führung zu der Veranstaltung einladen, scheiterte aber am Sicherheitsdienst der Behörde. Die “Einladung” zog einen Polizeieinsatz nach sich.

Ein Wanderstock als “Terrorwaffe”

Seinen Angaben zufolge stufte dieser seinen Wanderstock als “Terrorwaffe” ein und verständigte die Polizei. “Jemand hat mit einem Stock eine Türe in unserem Eingangsbereich blockiert, um diese offen zu halten”, sagte ein FMA-Sprecher.

Der Sprecher gab an, die Aktivisten hätten die Sicherheitssperre in der FMA “durchbrechen” wollen. Sie seien gebeten worden, das Gebäude zu verlassen, da sie keinen Termin hatten, “aber zum Vorstand wollten”. “Als die Herren nicht freiwillig gingen”, habe man die benachbarte Polizeiinspektion kontaktiert, “um sie zu überreden; dann sind die Leute auch gegangen”.

Nachdem die Demonstranten das Gebäude verließen, was laut Polizei ohne Gewalt, alleine durch ihre Anwesenheit erfolgte, wurden diese laut Sieböck von der Wiener Sondereinheit WEGA auf dem Weg von der Finanzmarktaufsicht Richtung Demo beim Parlament angehalten.

War es ein “Anti-Terror-Einsatz”?

Die Polizei soll von einem “Anti-Terror-Einsatz” Einsatz gesprochen haben und die Personalien der Wanderer aufgenommen haben. Sieböck machte sich daraufhin vor den Demonstranten Gedanken darüber, wie es wohl dem Nikolaus ergangen wäre, wenn er samt Stock bei der FMA aufgetaucht wäre.

Polizei und FMA relativierten die Aussagen. “Es handelte sich um einen normalen Einsatz”, sagte eine Polizistin. Die Identitäten seien festgestellt worden, falls es Verletzte oder Sachbeschädigungen gegeben hätte – “Was aber beides nicht der Fall war”.

Die Wanderer seien zwar des Gebäude verwiesen worden, von einem “Anti-Terror-Einsatz” sei aber nie die Rede gewesen. Die ganze Aktion der Waldviertler-Demonstranten sei friedlich verlaufen – ohne Verletzte, ohne Sachbeschädigungen.

(apa/red)

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • "Waldviertler": Mehr als 500 Unterstützer vor dem Wiener Parlament
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen