Wahlarzt-Debatte: Steinhart spricht von "Kriegserklärung"

Wahlärzte - Steinhart spricht von "Kriegserklärung" Rauchs
Wahlärzte - Steinhart spricht von "Kriegserklärung" Rauchs ©APA/HANS PUNZ
Die Wiener Ärztekammer reagierte auf den Vorstoß von Gesundheitsminister Johannes Rauch für eine verpflichtende befristete Kassenarzt-Tätigkeit von Medizin-Absolventen verärgert.
ÖGK verspricht flexiblere Kassenverträge
Rauch will Kassenarzt-Verpflichtung

Der neue Wiener Ärztekammer-Chef Johannes Steinhart legte in der Kritik nach: Er sprach im Ö1-Morgenjournal von einer "Ungeheuerlichkeit" und einem "Holzweg" - und in der Sonntags-"Presse" von einer "Kriegserklärung des Ministers", auf die man "entsprechend antworten" werde.

Rauch für verpflichtende Kassenarzt-Tätigkeit bei Medizin-Absolventen

Rauch hat in der "Tiroler Tageszeitung" vom Freitag den Vorschlag auf den Tisch gelegt, junge Ärzte nach dem Studium zu verpflichten, über eine bestimmte Zeit für etwa ein, zwei Tage die Woche als Kassenarzt zu arbeiten. Denn der größte Teil der ausgebildeten Ärzteschaft gehe sofort in eine Wahlarztpraxis, nur wenige seien bereit, einen Kassenvertrag im niedergelassenen Bereich anzunehmen. "Das wird ein Konflikt mit der Ärztekammer - und den bin ich bereit zu führen", hatte Rauch nachgeschoben.

Scharfe Kritik von der Ärztekammer

Dies bestätigte sich, bei der Ärztekammer gingen die Wogen hoch. Präsident Thomas Szekeres konterte umgehend, die Ärzte hätten sich für ihre "übermenschlichen" Leistungen während der Pandemie Anerkennung erwartet und nicht dass der Minister "Zwangsarbeit in Aussicht stellt". Auch Steinhart - der Favorit für die anstehende Präsidentenwahl - empörte sich schon am Freitag über die "totalitären Ideen von Zwangsarbeit".

"Es ist offensichtlich jetzt im politischen Spiel 'DDR 3.0' entstanden: wir verpflichten, wir zwingen. Und wenn man wirklich verhindern will, dass noch jemand Medizin studiert, dann argumentiert man genau so, dass man alles jetzt mit Zwangsverpflichtungen auch noch schmücken möchte", legte er gegenüber Ö1 nach.

Steinhart spricht von Kriegserklärung

Und im "Presse"-Interview nannte er es "spannend, dass uns der Gesundheitsminister gleich die Kriegserklärung mitschickt". "Wir nehmen das zur Kenntnis. Und wir werden entsprechend antworten", sagte Steinhart. Ob diese Antwort bis hin zum Streik führen kann, verriet er nicht, denn "ich mag bei der Lizitation der Eskalation des Ministers nicht mitspielen".

(APA/red)

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