Vorerst kein Abriss: Frühere Synagoge in Gänserndorf unter Denkmalschutz

Die frühere Synagoge hätte abgerissen werden sollen.
Die frühere Synagoge hätte abgerissen werden sollen. ©APA/Hans Klaus Techt
Die ehemalige Synagoge in Gänserndorf bleibt vorerst erhalten. Das Gebäude stand vor dem Abriss aber nach einer Prüfung steht nun fest, dass es unter Denkmalschutz steht.

Das Ergebnis der Prüfung durch das Bundesdenkmalamt zur ehemaligen Synagoge in Gänserndorf liegt vor. Das Gebäude stand vor dem Abriss und wurde im Sommer wegen “Gefahr in Verzug” unter Schutz gestellt. “Die Ermittlungen haben den Denkmalschutz für die ehemalige Synagoge und das Rabbinerhaus in großen Teilen bestätigt”, hieß es am Montag auf APA-Anfrage seitens des Bundesdenkmalamtes.

Frühere Synagoge wurde 1889 errichtet

“Eine Veränderung oder gar Zerstörung bedarf einer Bewilligung des Bundesdenkmalamtes”, teilte die Behörde mit. Ein entsprechender Antrag liege derzeit nicht vor.

Der Bescheid des Bundesdenkmalamtes wurde den Parteien zugestellt, innerhalb von vier Wochen – bis Ende November – kann dagegen Beschwerde eingebracht werden. Nächste Instanz wäre das Bundesverwaltungsgericht.

Das Bundesdenkmalamt hatte die frühere Synagoge vor einigen Monaten nach Hinweisen und einer Anfrage von Bundespräsident Alexander Van der Bellen wegen “Gefahr in Verzug” unter Schutz gestellt. Der Abriss des desolaten Gebäudes war bereits 2014 im Gemeinderat beschlossen worden, geplant war ein Parkplatz und ein kleiner Park mit einer Gedenktafel als “Ort des Erinnerns”.

Die Synagoge in der Bahnstraße 60 wurde laut der Initiative Denkmalschutz 1889 vom Architekten Jakob Modern erbaut und 1908 um das Rabbinerhaus erweitert. “Mit dem ursprünglichen Gebäude von 1889 hat das heutige Objekt nichts mehr gemein”, hatte Bürgermeister LAbg. Rene Lobner (ÖVP) im Juli in einem offenen Brief betont und auf mehrere Umbauten hingewiesen.

Gänserndorf plant Beschwerde gegen Bescheid

Gänserndorf will gegen den Bescheid des Bundesdenkmalamtes zur ehemaligen Synagoge Beschwerde einbringen, wie Bürgermeister LAbg. Rene Lobner (ÖVP) laut Medienberichten angekündigt hat. Das Gebäude steht seit Jahrzehnten im Eigentum der Stadt und sollte abgerissen werden. Im Sommer war die frühere Synagoge wegen “Gefahr im Verzug” unter Schutz gestellt worden, eine Prüfung hat das bestätigt.”Es ist natürlich ein sensibles Thema, das ist klar. Wir werden uns aber nun genau ansehen, ob das Vorgehen des Bundesdenkmalamtes in Bezug auf dieses Gebäude, das ja bereits sehr verfallen ist und bei dem von der ursprünglichen Substanz kaum mehr etwas vorhanden ist, korrekt ist. In jedem Fall werden wir den Bescheid beeinspruchen und auch das Gespräch mit der Israelitischen Kultusgemeinde suchen, um eine vernünftige Lösung im Interesse aller zu finden”, wurde Lobner vom ORF NÖ zitiert. Für die APA war der Bürgermeister am Montag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

(APA/Red)

  • VIENNA.AT
  • Österreich
  • Vorerst kein Abriss: Frühere Synagoge in Gänserndorf unter Denkmalschutz
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen