VOR: Einheitliches Tarifsystem ab 2005 geplant

Symbolfoto &copy Bilderbox
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Kleine Sensation: Ab der zweiten Jahreshälfte 2005 soll ganz Ostösterreich über ein einheitliches Tarifsystem mit überall gleich gestalteten Tickets und Zonen-Fahrpreisen verfügen.

Der Verkehrsverbundes Ostregion (VOR) soll dazu laut derzeitigen Plänen auf ganz Niederösterreich und Burgenland ausgedehnt werden. Das kündigte VOR-Geschäftsführer Manfred Novy am Donnerstag in einer Pressekonferenz an.

VOR feiert 20. Geburtstag
Anlass für den Termin war ein Jubiläum. Der Verkehrsverbund Ostregion wurde vor genau 20 Jahren, am 3. Juni 1984, für Wien, Teile Niederösterreichs und das nördliche Burgenland aus der Taufe gehoben. Die “Öffis“ in der Bundeshauptstadt wurden mit jenen im Umland verknüpft – was sich für die Kunden unter anderem dadurch bemerkbar machte, dass sie mit einem Zonen-Fahrschein die Stadtgrenzen passieren konnten.

Zuletzt, also 2003, wurden im VOR 779 Millionen Fahrten verzeichnet. Das entspricht einer Steigerung von 20 Prozent gegenüber dem Gründungsjahr. Die Einnahmen aus dem Ticket-Verkauf betrugen im Vorjahr 434 Mio. Euro. Sie wurden auf die Verbundunternehmen aufgeteilt. Insgesamt wurde in den vergangenen Jahren ein Umsatz von 6,5 Mrd. Euro erzielt.

30 Mio. “Durchtarifierungsverlust”
Gesellschafter der VOR GmbH sind die drei beteiligten Länder. Doch auch der Bund finanziert mit. Abzudecken ist unter anderem ein „Durchtarifierungsverlust“ von rund 30 Mio. Euro pro Jahr – das ist jener Abgang, der den diversen Betreibern durch den durchgängig benutzbaren Fahrschein entsteht.

Mit dem geplanten einheitlichen Tarifsystem solle ein weiterer Ansporn geschaffen werden, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen, betonte Novy. Details über das Konzept des neuen Verkehrsriesen gibt es noch nicht. „Wir sind gerade dabei, mit den Partnern zu sprechen“, so Novy. Ein wichtiger Schritt in Sachen Ausweitung ist bereits 2002 gesetzt worden: Das Management des VOR und der fünf Regionalverbünde in Niederösterreich bzw. dem Burgenland wurden zusammengelegt.

Problem Kernzone
Laut dem VOR-Geschäftsführer wird bis 2005 unter anderem darüber nachzudenken sein, wie das Problem der so genannten Kernzone zu bewältigen ist. Denn Fahrgäste, die einen Ort unmittelbar außerhalb Wiens ansteuern, brauchen zwar nur ein Ticket, müssen aber deutlich mehr zahlen. Denn die Kernzone gilt nur für Wien. „Da muss uns etwas einfallen“, meinte Novy. Eine Ausdehnung der zentralen Zone über die Stadtgrenzen Wiens sei jedoch unwahrscheinlich, wurde betont.

Gratisfahren am Samstag
Den 20-jährigen Geburtstag feiert der VOR am kommenden Samstag mit einem großen Fest am Wiener Westbahnhof. Zumindest an diesem Tag braucht sich niemand über Tarife Gedanken machen: Die Benutzung der Züge und Busse des VOR ist von 9.00 bis 18.00 Uhr gratis.

Redaktion: Claus Kramsl

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