Vor 10 Jahren brannten die Sofiensäle ab

Der Brand in den Sofiensälen jährt sich nun zum zehnten Mal.
Der Brand in den Sofiensälen jährt sich nun zum zehnten Mal. ©APA
Am 16. August 2001 zerstörte ein Großbrand die Sofiensäle. Feuer und Löscharbeiten beschädigten das historische Gebäude schwer, erst letztes Jahr fiel die Entscheidung über die Zukunft der Brandruine.
Bilder der Brandruine
Vom Schwimmbad zur Brandruine
Start der Revitalisierung
Beginn der Renovierung
Neuer Eigentümer für Sofiensäle

Vor zehn Jahren haben Flämmarbeiten einem der damals beliebtesten Wiener Veranstaltungsorte ein jähes wie unerwartetes Ende beschert: Ein Großbrand am 16. August 2001 zerstörte die Sofiensäle in der Marxergasse 17 im Bezirk Landstraße. Durch das Feuer und die tagelangen Löscharbeiten wurde das historische Gebäude schwer beschädigt. Danach folgten Jahre der Ungewissheit, was die Revitalisierung der Brandruine betrifft. Im Vorjahr fiel dann die endgültige Entscheidung: Ab 2013 wird der Bau Kulturinitiativen, Wohnungen und eine Uni-Einrichtung beherbergen.

Am Unglückstag vor einer Dekade dürfte eine Unachtsamkeit beim Verkleben von Dachpappe an mit offener Flamme in den Mittagsstunden zu einem Schwelbrand in den Sofiensälen geführt haben. Teilnehmer einer Orchesterprobe hatten im großen Saal Rauch bemerkt, der durch die Lüftungsklappe drang. Um 12.58 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, zeitgleiche Löschversuche von sechs Personen schlugen fehl. Die anrückenden Löschkräfte orderten schließlich: “Alle Mann raus.”

4.000 Liter Wasser pro Minute auf Sofiensäle

Rund 40 Einsatzfahrzeuge und so gut wie alle diensthabenden Feuerwehrleute waren in Schichten von je 100 Mann im Einsatz. Die Helfer mussten wegen der großen körperlichen Anstrengung alle zehn bis 20 Minuten abgelöst werden. Nach rund einer Stunde stürzte der Dachstuhl der Sofiensäle ein, der denkmalgeschützte Saal begann zu brennen. Wegen des großen Risikos konnte der Brand nur von außen mit vier Schläuchen bekämpft werden. Bis zu 4.000 Liter Wasser pro Minute wurden gegen die Flammen gespritzt. Endgültig “Brand aus” hieß es erst nach Tagen.

Der Unfall hatte auch ein juristisches Nachspiel. Ein Dachdeckermeister wurde später zu einer dreimonatigen bedingten Haftstrafe wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst verurteilt. Bei den folgenden Sicherungsarbeiten wurde auch das desolate Bühnenhaus abgerissen. Bald begannen auch auf politischer Ebene die Debatten, was mit der Ruine der Sofiensäle geschehen sollte. Gegen einen völligen Abriss setzte sich das Denkmalamt erfolgreich zur Wehr.

Sofiensäle im Herbst 2010 verkauft

Nach Jahren des Zuwartens veräußerte der ursprüngliche Eigentümer die Reste des Veranstaltungstempels 2006 an die Wohnbaugesellschaft Arwag. Diese wollte die zerstörte Clubbinglocation in ein Hotelprojekt verwandeln, woraus aus wirtschaftlichen Gründen aber doch nichts wurde. Im Herbst 2010 wurden die Sofiensäle schließlich an die Soravia-Tochter IFA verkauft.

Diese lässt nun bis 2013 Festsaal, Fassade und Stiegenhaus originalgetreu renovieren, die Arbeiten dafür haben im heurigen Juni begonnen. Saal und Logen werden künftig als Ausstellungshalle bzw. Künstlerateliers dienen. Ein moderner Zubau zu den Sofiensälen wird zudem 88 Wohnungen beherbergen. Eine Uni-Einrichtung und Gastrobetriebe werden ebenfalls in den Landstraßer Komplex einziehen. Für das Revitalisierungsvorhaben sind 46 Millionen Euro vorgesehen. (APA)

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