Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Von der Modeschau in den Gerichtssaal

Unsanfte Landung für gescheiterten Wiener Jungunternehmer -"Ich wollte internationale Designer nach Wien bringen" - Betrugsprozess im Straflandesgericht.

„Ich wollte internationale Designer nach Wien bringen. Ich wollte, dass es in Wien zumindest ein Mal im Jahr eine Modeschau nach internationalen Standards gibt“, erklärte ein 31-jähriger Wiener heute, Dienstag, im Wiener Landesgericht. Gebracht hat ihm das Träumen 300.000 Euro Schulden, einen Privatkonkurs und einen Prozess wegen schweren Betrugs. „Ich wollte doch nie jemanden absichtlich täuschen“, betonte der Angeklagte.


„Im Wirtschaftsleben kommt es leider vor, dass Verträge nicht eingehalten werden. Das ist kein Betrug. Wenn er wenigstens ein Vermögen auf den Cayman Islands hätte! Aber das hat er nicht“, gab der Verteidiger zu Protokoll, der optisch an einen Surflehrer am Wörthersee mit einem Dauerabo fürs nächst gelegene Solarium erinnerte.

Idee war wenig erfolgreich


Um seine Visionen zu verwirklichen, hatte der Angeklagte im vergangenen Sommer eine Firma gegründet. Das Geld dazu stammte von seinem Vater. Dann suchte sich der Filius Sponsoren, mietete für ein paar Tage das Semperdepot und wollte dort eine rauschende Modeschau steigen lassen. Der Erfolg hielt sich in bescheidenen Grenzen.


Laut Anklage blieb der Jungunternehmer die Miete von 20.000 Euro schuldig. Er soll seine Zahlungswilligkeit sogar vorgetäuscht haben, indem er dem Vermieter ein ausgefülltes Online-Formular mit der vereinbarten Summe zeigte, dieses aber nie von seinem Computer an seine Bank abschickte.


„Es war eine irrsinnige Hektik am ganzen Tag“, rechtfertigte sich der Mann. Er habe einfach darauf vergessen. Danach sei sein Hauptsponsor abgesprungen, „weil keine internationalen Top-Models da waren“. Diejenigen, die über den Laufsteg tänzelten, bekamen zum Teil ebenfalls kein Geld zu sehen: Eine junge Frau hat sich jedenfalls dem Strafverfahren mit ihrer Gage von 822 Euro als Geschädigte angeschlossen.

Open Air fiel ins Wasser


Ein halbes Jahr später, nachdem er den Flop halbwegs verdaut hatte, „hab’ ich probiert, wieder auf die Beine kommen“, so der 31-Jährige. Er organisierte ein Open Air, konnte aber die Party-Zelte nicht bezahlen, die er dafür benötigte. „Das Wetter war furchtbar. Es hat acht Grad gehabt, keiner ist gekommen“, bedauerte er.


„Er hört sich an wie drei Betrüger“, befand der Staatsanwalt und beantragte zahlreiche Zeugeneinvernahmen. Die Verhandlung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Von der Modeschau in den Gerichtssaal
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen