Volksbefragung: Wien als einziges Bundesland für Berufsheer

Wien zeigte sich pro Berufsheer - aber mit geringer Wahlbeteiligung.
Wien zeigte sich pro Berufsheer - aber mit geringer Wahlbeteiligung. ©APA
Wien ist das einzige Bundesland, in dem die Wahlberechtigten mehrheitlich für ein Berufsheer votiert haben.Die Wahlbeteiligung war in der Bundeshauptstadt allerdings mit 37,8 Prozent von allen Ländern am niedrigsten.
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Entscheidung über Wehrpflicht
Geringe Beteiligung in Wien

Als einziges Bundesland stimmte Wien mehrheitlich für das Berufsheer. In der traditionell rot regierten Bundeshauptstadt gab es in der von Bürgermeister Michael Häupl angestoßenen Volksbefragung 54,2 Prozent für das von der SPÖ propagierte Berufsheer/Sozialjahr-Modell.

Am anderen Ende Österreichs findet sich das Land mit der stärksten Wehrpflicht-Unterstützung, das traditionell schwarz dominierte Vorarlberg mit 66,4 Prozent.

Wiens Beteiligung war im Vergleich zu den anderen Bundesländern am niedrigsten.

Volksbefragung: Stimmen von Wiens Bezirken

In Wien scherten nur drei – VP-dominierte – Bezirke aus, Innere Stadt, Hietzing und Döbling. Dort folgte die Mehrheit der VP-Pro Wehrpflicht-Linie. Hier der Überblick:

1010 Wien, Innere Stadt: Berufsheer  – 2.296 Stimmen (48,27 Prozent), Wehrpflicht – 2.461 (51,73 Prozent).

1020 Wien, Leopoldstadt: Berufsheer  – 13.067 Stimmen (59,17 Prozent), Wehrpflicht – 6.861 (48, 31 Prozent).

1030 Wien, Landstraße: Berufsheer  – 12.514 Stimmen (55,37 Prozent), Wehrpflicht – 10.088 (44, 63 Prozent).

1040 Wien, Wieden: Berufsheer  – 4.937 Stimmen (55,81 Prozent), Wehrpflicht – 3.909 (44,19 Prozent).

1050 Wien, Margareten: Berufsheer  – 6.917 Stimmen (55,28 Prozent), Wehrpflicht – 4.952 (41,72 Prozent).

1060 Wien, Mariahilf: Berufsheer  – 5.106 Stimmen (60,57 Prozent), Wehrpflicht – 3.324 (39,43 Prozent).

1070 Wien, Neubau: Berufsheer  – 5.464 Stimmen (60,58 Prozent), Wehrpflicht – 3.515 (39,15 Prozent).

1080 Wien, Josefstadt: Berufsheer  – 4.245 Stimmen (56,16 Prozent), Wehrpflicht – 3.311 (43,84 Prozent).

1090 Wien, Alsergrund: Berufsheer  – 6.501 Stimmen (56,98 Prozent), Wehrpflicht – 4.909 (43,02 Prozent).

1100 Wien, Favoriten: Berufsheer  – 20.319 Stimmen (52,43Prozent), Wehrpflicht – 18.434 (47,57 Prozent).

1110 Wien, Simmering: Berufsheer  – 11.613 Stimmen (53,69 Prozent), Wehrpflicht – 10.018 (46, 31 Prozent).

1120 Wien, Meidling: Berufsheer  – 10.804 Stimmen (52,21 Prozent), Wehrpflicht – 9.891 (47, 79 Prozent).

1130 Wien, Hietzing: Berufsheer  – 8.819 Stimmen (48,10 Prozent), Wehrpflicht – 9.516 (51, 90 Prozent).

1140 Wien, Penzing: Berufsheer  – 12.780 Stimmen (50,95 Prozent), Wehrpflicht – 12,302 (49,05 Prozent).

1150 Wien, Rudolfsheim: Berufsheer  – 7.942 Stimmen (56,88 Prozent), Wehrpflicht – 6.021 (43,12 Prozent).

1160 Wien, Ottakring: Berufsheer  – 12.086 Stimmen (54,89 Prozent), Wehrpflicht – 9.934 (45, 11 Prozent).

1170 Wien, Hernals: Berufsheer  – 6.058 Stimmen (53,49 Prozent), Wehrpflicht – 6.058 (46, 51 Prozent).

1180 Wien, Währing: Berufsheer  – 7.342 Stimmen (51,69 Prozent), Wehrpflicht – 9.018 (40, 83 Prozent).

1190 Wien, Döbling: Berufsheer  – 10.552 Stimmen (48,83 Prozent), Wehrpflicht – 11.056 (51,17 Prozent).

1200 Wien, Brigittenau: Berufsheer  – 9.644 Stimmen (56,05 Prozent), Wehrpflicht – 7.563 (43, 95 Prozent).

1210 Wien, Floridsdorf: Berufsheer  – 22.095 Stimmen (53,74 Prozent), Wehrpflicht – 19.019 (46, 26 Prozent).

1220 Wien, Donaustadt: Berufsheer  – 27.030 Stimmen (56,50 Prozent), Wehrpflicht – 20.812 (43, 50 Prozent).

1230 Wien, Liesing: Berufsheer  – 16.712 Stimmen (52,63 Prozent), Wehrpflicht – 15.039 (47, 37 Prozent).

Häupl: “Nehme Ergebnis zur Kenntnis”

Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S) betonte in einer ersten Reaktion: “Als Demokrat habe ich das zur Kenntnis zu nehmen, auch wenn ich anderer Meinung bin.” Ob er enttäuscht ist, wollte er nicht sagen, denn: “Es ist wie es ist.”

Für ihn sei es kein Fehler gewesen, vor gut zwei Jahren – kurz vor der Wien-Wahl 2010 – die Heeresdebatte losgetreten zu haben: “Ich bereue das überhaupt nicht, denn für mich war diese Diskussion eine lebensbegleitende Diskussion und jetzt ist sie einmal entschieden.”

Weiters: “Für mich ist völlig klar: Das war es wert, weil nun ist eine Entscheidung getroffen.” Selbstverständlich trage er die Verantwortung dafür mit. Dem Ergebnis sei Rechnung zu tragen, aber auf Basis dieses Entscheids brauche es nun eine Reform.

Häupl steht hinter Darabos

Wenn es nach ihm geht, soll die Reform von Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) durchgeführt werden. Diesem stärkte er heute den Rücken: “Darabos soll im Amt bleiben, um es ganz unmissverständlich zusagen. Er kann selbstverständlich auch diese Reform des österreichischen Bundesheeres. Er hat auch die Eurofighter gemanagt und jeder weiß, was wir und auch er persönlich von den Eurofightern halten.”

Wie denn die Bundesheer- und Zivildienstreform auszusehen habe, darauf wollte sich Häupl heute nicht festlegen. Ab Montag werde die Reform mit Fachleuten und den zuständigen Ministern begonnen.

(APA)

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