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Vilimsky will bei EU-Wahl "größte Wähler-Rückholaktion" der FPÖ schaffen

Vilimsky sah einen "politischen Meuchelangriff" gegen die FPÖ.
Vilimsky sah einen "politischen Meuchelangriff" gegen die FPÖ. ©APA/HANS PUNZ
Harald Vilimsky versprach beim Wahlkampfabschluss der FPÖ in Wien angesichts der Ibiza-Affäre die "größte Wähler-Rückholaktion, die es jemals in Österreich gegeben hat". Auch Kickl und Hofer appellierten an die FPÖ-Wähler, um gemeinsam wieder aufzustehen.
Blauer EU-Wahlkampfabschluss am Viktor-Adler-Markt
Harald Vilimsky im Porträt
Das Wahlprogramm der FPÖ

Die FPÖ hat am Freitagabend in Wien-Favoriten mit viel Trotz ihren Wahlkampfabschluss gefeiert. Ohne den tief gefallenen Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache lag es an Ex-Innenminister Herbert Kickl, Spitzenkandidat Harald Vilimsky und dem designierten Parteichef Norbert Hofer, die trübe Stimmung nach dem Ibiza-Skandal ein wenig zu heben – und den “politischer Meuchelangriff” an der FPÖ zu geißeln.

FPÖ ging ohne Strache trotzig ins EU-Wahlkampffinale

Äußerlich war nach dem Polit-Erdbeben der vergangenen Woche inklusive Strache-Rücktritt und dem Platzen der Koalition zu vorangegangen Wahlkampfanschlüssen der FPÖ kaum ein Unterschied zu sehen. Die John Otti Band war angesagt, Luftballons, Bier und Würstel standen wie gewohnt bereit. Was aber fehlte waren das obligate Üben von “HC, HC”-Sprechchören – und auch der Zustrom der blauen Fans war geringer als gewohnt, selbst beim Auftritt von Hofer war der Viktor-Adler-Markt gerade einmal zur Hälfte gefüllt.

Im Mittelpunkt stand wie zu erwarten das Ibiza-Video von Strache, wobei hier vor allem die Urheberschaft im Zentrum der Reden der Parteigranden stand. Den Auftakt machte – nach der Begrüßung durch den neuen Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp – die Listendritte Petra Steger. Sie würdigte den Rücktritt Straches, der sich für die Partei jahrelang aufgeopfert habe, was die blaue Anhängerschaft dann doch zu “HC, HC”-Sprechchören motivierte.

Überraschender Auftritt von Ex-Innenminister Kickl

Ersetzt wurden diese dann durch laute “Her-bert, Her-bert”-Rufe, als der Auftritt des Ex-Innenministers überraschend angekündigt wurde. Eine Rede Kickls stand eigentlich gar nicht auf dem Programm, aber “er will”, hieß es kurz vor Beginn seitens der Partei zur APA. Und Kickl zog dann auch ordentlich vom Leder: Er habe jetzt einen “riesigen Trümmerhaufen” aufzuräumen, nämlich den, “den uns Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bundespräsident Alexander Van der Bellen hinterlassen haben”, wie er mit Blick auf seine von Kurz vorgeschlagene und vom Präsidenten durchgeführte Entlassung als Minister meinte.

Hinsichtlich des Ibiza-Videos erklärte Kickl, es sei seine “persönliche Überzeugung”, dass “dieser Angriff auf die Partei und auf die Regierung und damit auf das demokratische Gefüge zwar vom Ausland durchgeführt worden ist, aber im Inland ausgeheckt worden ist, von politischen Kräften, die es mit der freiheitlichen Partei nicht gut meinen.”

Und es könne zwar Zufall sein, “dass meine Entlassung im Innenministerium gerade zum jetzigen Zeitpunkt erfolgt ist. Ich sage euch, es kann ein Zufall sein, aber es muss kein Zufall sein”. Und es sei “verdächtig ruhig” bei den Ermittlungsbehörden, “wenn es darum geht, die Hintergründe dieses Videos aufzuklären”. “Wie untätig ist die Justiz seit einigen Tagen, wieviel Zeit wurde versäumt, wieviel Gelegenheit gegeben, Beweismaterial zur Seite zu schaffen. Warum schlafen alle, wenn es darum geht, wer diese Video produziert und wer es in Auftrag gegeben hat”, fragte Kickl, der bald als Klubobmann ins Parlament zurückkehren dürfte.

EU-Wahl-Spitzenkandidat Vilimsky: “Atomangriff” auf FPÖ

Der blaue EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky versprach in seiner Rede die “größte Wähler-Rückholungsaktion, die es jemals in Österreich gegeben hat”. Das Ibiza-Video bezeichnete er als “Atomangriff” und “politischen Meuchelangriff”. Der designierte Parteichef Norbert Hofer dankte Vilimsky (“unser rot-weiß-roter Adler in Brüssel”) und appellierte an die FPÖ-Wähler, gemeinsam wieder aufzustehen.

Neben den Mutmaßungen über die Urheber hinter dem für Ex-FPÖ-Chef Strache entlarvenden Video widmete sich Vilimsky vor allem der Mobilisierung der bei EU-Wahlen traditionell daheimbleibenden FPÖ-Anhängerschaft: “Ich kann euch nur bitten: Steht auf, geht hin zu dieser Wahl”, rief er. “Bitte stimmt dafür, dass dieses Österreich (…) nicht untergeht in einer Allianz jener, die nichts anderes im Sinn haben, als die Nationalstaaten auszuradieren”, so Vilimsky.

Hofer: “Die FPÖ ist eine große Familie”

Unterbrochen wurde seine Rede von “Kurz muss weg”-Sprechchören, die der zum Anlass nahm, auf den am Montag anstehenden Misstrauensantrag gegen Kurz Bezug zu nehmen: “Also ich glaube, das ist eine deutliche Botschaft an den Ballhausplatz und an die zentrale der Volkspartei. Jemand, der wie Sebastian Kurz zwei mal in zwei Jahren eine Regierung gesprengt hat (…) und uns jetzt vorgaukelt, für Stabilität sorgen zu wollen, da lachen die Hühner. Jetzt wird demokratisch für Ordnung gesorgt”, rief Vilimsky.

Den Abschluss machte dann Hofer, der sich ganz in seiner Rolle aus dem Bundespräsidentschaftswahlkampf wiederfand. “Meine lieben Freunde! Ich bin wieder da”, frohlockte er zur Begrüßung. Und schlug gleich eine Brücke zur Ibiza-Affäre: Denn wenn er an die Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentschaftswahl denke, dann mache er sich “Sorgen”, meinte er.

“Das was wir gesehen haben, war ein Angriff auf die Republik Österreich”, sagte Hofer. Parteichef Strache habe sich entschuldigt – “und ich kann euch sagen: Es tut ihm wirklich leid.” Die Vorkommnisse würden die Partei aber keineswegs schwächen, zeigte er sich sicher: “Alle, die jetzt glauben, dass man mit diesem Video die FPÖ unter Druck setzen kann, die haben sich getäuscht. Sie haben geglaubt, dass die freiheitliche Familie zu trennen ist. Man hat verlangt – obwohl Heinz-Christian Strache zurückgetreten ist – dass auch Herbert Kickl gehen muss. Da habe ich gesagt, das lassen wir nicht zu. Die FPÖ ist eine große Familie!”

Parallele zu Paragleiter-Unfall

Als Hauptgegner nahm die FPÖ an diesem Abend die ÖVP aufs Korn: “Die ÖVP ist nicht mehr türkis, sie ist schwarz. Es ist die ÖVP des Herrn Mitterlehner, es ist auch die ÖVP des Herrn Karas”, so Hofer. Am Sonntag müsse man nun ein “klares Zeichen” setzen, um den politischen Gegnern zu zeigen, dass sie sich “verspekuliert” haben – und “dass diese FPÖ stark ist, geeint ist und auch gemeinsam aufstehen wird”.

Zum Abschluss blickte Hofer bereits in Richtung Nationalratswahl im Herbst und zog eine Parallele zu seinem persönlichen Schicksalsschlag, als er nach einem Paragleiter-Unfall teilweise gelähmt im Rollstuhl gesessen war: “Ich bin wieder aufgestanden.” Und jetzt bitte er seine Anhängerschaft, , “dass wir gemeinsam aufstehen. Weil wir eine große Familie sind. Jetzt erst recht – Aufstehen für Österreich”, gab er sich kämpferisch, bevor die Veranstaltung in gewohnter Weise mit Bundeshymne und der inoffiziellen FPÖ-Hymne “Immer wieder Österreich” zu Ende ging.

>> Alle Infos zur Europawahl lesen Sie in unserem Special

(APA/Red)

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