Vier Pfoten rettet vier Tiger aus Zugwagons in Argentinien

Vier Pfoten rettet vier Tiger aus zurückgelassenen Zugwagons in Argentinien.
Vier Pfoten rettet vier Tiger aus zurückgelassenen Zugwagons in Argentinien. ©Nicolas Cabona/Vier Pfoten
Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten will gemeinsam mit Tierarzt Dr. Amir Khalil vier Tiger aus zurückgelassenen Zugwagons in Argentinien retten.
Vier Pfoten rettet Tiger

Nach 15 Jahren in einem zurückgelassenen Zugwagon in der Provinz San Luis im Nordwesten Argentiniens gibt es nun Hoffnung für vier Tiger: Ein Vier Pfoten Team um den weltweit durch zahlreiche Rettungsaktionen bekannten Tierarzt Dr. Amir Khalil arbeitet daran, die Tiere bald aus ihrem Gefängnis zu befreien.

Vier Pfoten rettet vier Tiger aus Zugwagons in Argentinien

Ein Wanderzirkus hatte 2007 einen Bauern vor Ort gebeten, sich sechs Monate lang um den heute 18-jährigen männlichen Tiger und die 15-jährige Tigerin zu kümmern. Der Zirkus kehrte jedoch nie mehr zurück. Die Privathaltung von Wildtieren ist in Argentinien illegal, daher informierte der Bauer, der sich nach bestem Gewissen um die Tiger kümmerte, die Behörden zunächst nicht. Da die Tiere nicht sterilisiert sind, wurden über die Jahre Junge geboren. Mittlerweile leben die Tiger zu viert im Zugwagon.

Die vier Tiger leben verdreckt zwischen Exkrementen, Fleisch- und Knochenresten. ©Nicolas Cabona/Vier Pfoten

Wanderzirkus kehrte nie wieder zu den Tigern zurück

Als die Behörden 2021 auf die unzureichenden Haltungsbedingungen der Tiger aufmerksam wurden, suchten sie nach einer Lösung: Ein Vier Pfoten Team wird in den kommenden Wochen auf Einladung des Ministeriums für Umwelt und Nachhaltige Entwicklung nach Argentinien reisen, um die Tiger in das von der Tierschutzorganisation geführte Lionsrock Großkatzenschutzzentrum in Südafrika zu bringen.

„Die Tiger lebten jahrelang verdreckt zwischen Exkrementen, Fleisch- und Knochenresten. Inzwischen wurde der Zugwagon glücklicherweise gereinigt. Tiger müssen umherstreifen, rennen, spielen und baden können. Eingesperrt auf 75m² können sie nur ein paar Schritte vor- und zurückgehen. “, sagt Tierarzt Dr. Amir Khalil, der die Rettungsmission leitet.

In solchen Zugwagons waren die Tiere eingesperrt. ©Nicolas Cabona

Wildtiere leiden auf der ganzen Welt

Weltweit gibt es nur noch etwa 3.900 Tiger in freier Wildbahn. Aufgrund fehlender weltweiter Vorschriften floriert der kommerzielle Handel mit Großkatzen. Lebende Tiger werden in die ganze Welt verschifft, um als Haustiere gehalten und zur menschlichen Unterhaltung in Zirkussen, Zoos oder für bezahlte Interaktionen missbraucht zu werden. Tiger und andere Großkatzenarten werden wegen ihrer Haut, ihres Fells, ihrer Knochen und ihrer Zähne getötet.

„Durch die Rettung dieser vier Tiger in Argentinien ermöglichen wir ihnen ein besseres Leben und schaffen ein Bewusstsein dafür, dass alle Tiere weltweit mit Respekt, Empathie und Verständnis behandelt werden müssen“, so Josef Pfabigan, Vorstandsvorsitzender von Vier Pfoten.

Die erste Vier Pfoten Rettungsmission in Südamerika

Vier Pfoten hat Büros in 14 und Wildtierschutzzentren in elf Ländern und war darüber hinaus bereits in vielen weiteren Ländern wie Syrien, Gaza, Pakistan, Sudan und Kambodscha aktiv. Mit der Rettung der vier Tiger in Argentinien wird die globale Tierschutzorganisation nun auch zum ersten Mal in Südamerika tätig.

Ein Zuhause für über 100 gerettete Großkatzen in Südafrika

Das Lionsrock Großkatzenschutzzentrum in der Nähe von Bethlehem, Südafrika, bietet über 100 geretteten Tieren ein artgemäßes, lebenslanges Zuhause. Der Großteil der Tiere sind Großkatzen, die Vier Pfoten aus kriegszerstörten Zoos, Zirkussen, Privatbesitz und der Gatterjagd gerettet hat und die nicht wieder in die Freiheit entlassen werden können.

Der Lebensraum ist naturnah und fördert natürliche Verhaltensweisen unter höchsten Standards, so wie auch die medizinische Versorgung der Tiere und die Sicherheitsstandards der Gehege. In Lionsrock ist die Jagd, der Handel und die Zucht von Großkatzen strengstens verboten. Darüber hinaus sind auch Interaktionen zwischen Wildtieren und Besuchern verboten.

(Red)

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