VCÖ startet Aktion „fahr’ rad!“

„Fahr’ rad!“ heißt eine Aktion des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ), die für einen verstärkten Einsatz des Drahtesels werben soll.

Österreich ist keine Radlernation, erklärte Wolfgang Rauh vom Forschungsinstitut der Organisation am Dienstag. Nur 194 Kilometer werden im Schnitt jährlich im Sattel zurückgelegt. Spitzenreiter sind die Niederlande mit 841 und Dänemark mit 811 Kilometer.

Es gelte, Menschen dazu zu motivieren, das Rad als Alltagsverkehrsmittel auch für den Weg in die Arbeit, zur Schule oder ins Kino zu nutzen, erklärte Rauh. Der Bewegungsmangel könne einfach bekämpft werden, hieß es. 30 Minuten Rad fahren täglich verringere das Infarktrisiko, beuge Bluthochdruck vor und helfe, überflüssige Kilos los zu werden.

Wege um die drei Kilometer sind mit dem Rad schneller als mit dem Auto zu erledigen, so Rauh. Er sieht auch regionale Unterschiede. In Lustenau werden 35 Prozent aller Wege mit dem Rad zurückgelegt. In Salzburg sind sind es 19 Prozent, in Eisenstadt fünf und in Wien vier Prozent. Zum Teil erkläre sich dieser Unterschied auch mit dem gut funktionierenden Netz der öffentlichen Verkehrsmittel, aber gerade Wien habe sein Potenzial noch nicht ausgeschöpft.

Entscheidend für den intensiveren Einsatz der Drahtesel sei laut Rauh nicht so sehr ein Radwegenetz, sondern die richtige Meinungsbildung. Dazu zähle etwa die Förderung in Betrieben durch geeignete Abstellplätze oder Duschen. Falsch sei die Annahme, dass Radfahren besonders gefährlich sei. Bezogen auf die Zahl der zurückgelegten Wege verunglücken vier Mal mehr Autoinsassen als Radfahrer.

Wichtig sei aber auch das nötige Selbstvertrauen der Radler, so Rauh. Für in gutes Fahrradklima sei das Beherrschen der Verkehrsregeln ebenso wichtig, wie Platz machen. In schmalen Straßen sollte dafür aber auch selbstbewusst mit ausreichendem Sicherheitsabstand nach rechts gefahren werden.

  • VIENNA.AT
  • Chronik
  • VCÖ startet Aktion „fahr’ rad!“
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.