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USA will Nordkoreas Atomanlagen inspizieren

Bei den Sechs-Staaten-Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm streben die USA offenbar zunächst eine Wiederaufnahme der internationalen Inspektionen an.

Bei einem bilateralen Treffen schlug US-Verhandlungsführer Christopher Hill am Donnerstag Nordkoreas Unterhändler Kim Kye Gwan vor, Pjöngjangs Atomanlagen im September von internationalen Experten inspizieren zu lassen.

Pjöngjang hatte die Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) im Dezember 2002 des Landes verwiesen. Die USA hatten zuvor den Vorwurf erhoben, Nordkorea arbeite an einem Programm zur Urananreicherung.

Die US-Delegation habe vorgeschlagen, bei der vierten Runde der Sechs-Nationen-Gespräche ein Abkommen über eine internationale Inspektion der nordkoreanischen Atomanlagen im September 2005 zu erzielen, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf eine nordkoreanische Quelle. Anschließend solle ein Maßnahmenplan entwickelt werden, der die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel zum Ziel habe.

Seit Dienstag verhandeln die USA, China, Japan, Russland und Südkorea wieder mit Vertretern Nordkoreas über ein Ende seines Atomprogramms. Teilnehmer der Verhandlungen sprachen von einer positiven Atmosphäre. Einem US-Delegationsmitgliede zufolge konnten die „grundlegenden Meinungsverschiedenheiten“ jedoch noch nicht ausgeräumt werden.

Nordkorea knüpft seinen Verzicht auf ein Atomprogramm vor allem an eine Normalisierung der Beziehungen zu den USA und eine Zusage Washingtons, die Regierung in Pjöngjang nicht stürzen zu wollen. Bei der Eröffnung der Gespräche hatte Hill gesagt, Washington betrachte Nordkoreas Souveränität „als Tatsache“ und habe keine Angriffspläne. Von normalen Beziehungen sprach er jedoch nicht.

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