USA: Freilassung von 140-Gefangenen

Die USA planen die Freilassung von 140 Gefangenen vom Militärstützpunkt Guantanamo auf Kuba. Es handle sich um die “20 Prozent einfachsten Fälle“.

Die USA planen einem Pressebericht zufolge die Freilassung von 140 Gefangenen vom Militärstützpunkt Guantanamo auf Kuba. Es handle sich um die “20 Prozent einfachsten Fälle“ unter den etwa 660 Gefangenen, sagte ein US-Militär dem US-Nachrichtenmagazin „Time“, wie das Blatt am Sonntag berichtete. „Viele von ihnen wären unter normalen Bedingungen“ nicht in Gefangenschaft gekommen“, sagte der Militärvertreter demnach weiter. Die Armee habe es mit vielen „sehr gefährlichen Menschen“ zu tun, aber „das Pendel ist zu sehr in die falsche Richtung ausgeschlagen“.

Die USA gehen davon aus, dass einige der Gefangenen Unschuldige sind, die von afghanischen Kriegsherren gefangen genommen und im Hinblick auf eine finanzielle Belohnung an die USA ausgeliefert wurden. Der Großteil der Gefangenen wurde nach den Terroranschlägen vom 11. September von der US-Armee in Afghanistan gefasst.

In dem seit Jänner 2002 bestehenden Lager in Guantanamo werden Häftlinge aus 42 Ländern unter international scharf kritisierten Bedingungen festgehalten. Die meisten von ihnen sind bereits seit rund zwei Jahren dort. Den Gefangenen werden Verbindungen zu den Taliban und zur Terrororganisation El Kaida vorgeworfen. Die US-Regierung verweigert den Inhaftierten den Status und damit auch die Rechte von Kriegsgefangenen. Die meisten von ihnen haben keinerlei Rechtsbeistand. Britische Zeitungen berichteten am Sonntag, Großbritannien und die USA stünden kurz vor einer Einigung über die Überstellung von sieben der insgesamt neun britischen Guantanamo-Häftlinge.

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