US-Zerstörer kann nicht anlaufen

China hat einem US-Kriegsschiff das Anlaufen Hongkongs verwehrt, wo die Vorräte des Zerstörers hätten aufgefüllt werden sollen. Ein Grund sei nicht genannt worden.

Ein Grund sei nicht genannt worden, sagte eine Sprecherin des US-Konsulates in Hongkong. China ist verärgert über eine USA-Reise des Verteidigungsministers von Taiwan, auf das es Anspruch erhebt.

Der Aufenthalt der „Curtis Wilbur“ in Hongkong habe vom 5. April bis zum 9. April dauern sollen, sagte die Sprecherin. Über die Gründe wolle sie nicht spekulieren. Ihre Kollegin vom Außenministerium in Peking sagte lediglich, ob ein ausländisches Kriegsschiff oder Militärflugzeug nach Hongkong dürfe, werde immer von Fall zu Fall entschieden.

In der vergangenen Woche hatte China mitgeteilt, bei der für dieses Jahr geplanten Auslandsfahrt eines Flottenverbandes würden die USA gemieden. Anfang des Monats war der taiwanesische Verteidigungsminister Tang Yiau Ming in den USA gewesen, was die Regierung in Peking verärgerte. China ist seit über 50 Jahren geteilt.

Hongkong ist ein viel genutztes Anlaufziel der amerikanischen Pazifikflotte, wo die Schiffe ihre Vorräte auffüllen und die Mannschaften Landgang erhalten. Wegen ihrer Spendierfreudigkeit sind die Seeleute gern gesehene Gäste.

Probleme mit dem Anlaufen Hongkongs haben amerikanische Kriegsschiffe erst, seit Großbritannien die frühere Kronkolonie 1997 der Volksrepublik übergab. Die USA haben ein Verteidigungsabkommen mit Taiwan, das sie in eine bewaffnete Konfrontation mit der Volksrepublik treiben könnte, wenn sich diese Taiwan gewaltsam einverleiben würde. Damit hat China mehrfach gedroht.

Vor einem Jahr wurde Hongkong vorübergehend für US-Kriegsschiffe gesperrt, nachdem vor der Küste der Volksrepublik ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug einen chinesischen Abfängjäger zum Absturz gebracht hatte.

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