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Urabstimmung zur Sonntagsöffnung: 30.000 Angestellte befragt

Gewerkschaft kündigte eine Urabstimmung im Handel an.
Gewerkschaft kündigte eine Urabstimmung im Handel an. ©dpa (Sujet)
Nachdem bereits die Wiener Wirtschaftskammer kürzlich ihre Mitglieder zur Sonntagsöffnung befragt hat, kontert nun auch die Gewerkschaft mit einer Urabstimmung unter den Handelsangestellten. Die Stimme der betroffenen Beschäftigten müsse ebenso Gehör finden wie jene der Wirtschaftstreibenden. Bis zu 30.000 Mitarbeiter sollen im ersten Quartal 2015 zu ihrer Meinung zum Thema befragt werden.

In Wien gilt der Handelskollektivvertrag für etwa 90.000 Angestellte von denen aber nur etwa 25.000 bis 30.000 einen Fragebogen erhalten werden, wie Barbara Teiber, Regionalgeschäftsführerin der GPA-djp Wien (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus), am Donnerstag ankündigte. Es soll nur der klassische Einzelhandel, also etwa die Bereiche Lebensmittel, Textil, Möbel oder Drogerie, befragt werden.

Sonntagsöffnung als Streitthema

Konkret soll gefragt werden, ob die Betroffenen für oder gegen die Sonntagsöffnung oder die Schaffung von Tourismuszonen in Wien sind. Erst kürzlich hatte die Wirtschaftskammer die Unternehmer dazu befragt, wobei sich sich knapp drei Viertel für eine Aufsperrmöglichkeit am Sonntag aussprachen – bei einer Rücklaufquote von 16 Prozent. “Die Latte für die Beteiligung liegt ja nicht sehr hoch”, höhnte Karl Proyer, stellvertretender GPA-Bundesgeschäftsführer am Donnerstag. Auf eine angestrebte Beteiligungsquote wollte er sich ebenfalls nicht einlassen. Aus dem Ergebnis wolle man auf jeden Fall einen Verhandlungsauftrag ableiten können.

Führungskräfte eher bereit, Sonntags zu arbeiten

Bereits jetzt will die Gewerkschaft wissen, in welche Richtung die Umfrage ausschlagen wird. Sie verweisen auf eine kürzlich in Auftrag gegebene Umfrage des IFES-Instituts bei der 800 Angestellte im Einzelhandel befragt wurden. Nur 12 Prozent davon hätten angegeben, am Sonntag arbeiten zu wollen. Auch nach dem Hinweis auf höhere Verdienstmöglichkeiten und Zeitausgleich sei die Zahl nur unwesentlich auf 17 Prozent gestiegen, wie Georg Michenthaler von IFES berichtet. Generell liege die Bereitschaft zur Sonntagsarbeit bei jungen männlichen Mitarbeitern und bei Führungskräften etwas über dem Durchschnitt. “Die Stimmungsmache des Herrn Ruck (WKW-Präsident Walter, Anm.) ist eine Stimmungsmache nur für die Tourismuswirtschaft und gegen die Meinung der Handelsangestellten”, analysierte Proyer.

Song Contest als Druckmittel?

Einen Gesprächstermin mit Vertretern der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer gibt es laut Personalvertretung nach wie vor nicht. “Ohne entsprechende Vorschläge braucht die Wirtschaftskammer überhaupt nicht zu uns kommen”, stellte Proyer klar. Eilig hat es die Gewerkschaft sowieso nicht: “Wir lassen uns auch vom Song Contest nicht besonders unter Zeitdruck setzen.”

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