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Unmenschliche Zustände in syrischem Flüchtlingslager Al-Hol

Allein heuer starben in Al-Hol mindestens 390 Kinder
Allein heuer starben in Al-Hol mindestens 390 Kinder ©APA (AFP/Archiv)
Die Zustände im überfüllten syrischen Flüchtlingslager Al-Hol sind laut einem neuen UNO-Bericht menschenunwürdig. Dort, wo auch Kinder und Frauen österreichischer Staatsangehörigkeit ausharren, seien mindestens 390 Kinder in diesem Jahr wegen Mangelernährung oder Infektionen gestorben, die bei richtiger Versorgung überlebt hätten, berichtete eine unabhängige Untersuchungskommission zu Syrien.

Die Kommission ist vom UNO-Menschenrechtsrat eingesetzt worden und legte in Genf am Mittwoch ihren Bericht zur Lage in Syrien zwischen Jänner und Juli 2019 vor. In den von syrischen Kurden kontrollierten Lagern in Nordostsyrien halten sich auch viele Personen ausländischer Staatsbürgerschaft auf. In einer eigenen Ausländer-Sektion befinden sich nach Angaben des kurdischen Rojava Information Center (RIC) 3.236 ausländische Frauen und 7.930 Kinder Aus Österreich halten sich laut offiziellen Schätzungen insgesamt 20 Kinder mit Österreich-Bezug in Verbindung mit der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) in Syrien und im Irak auf.

Die Kommission kritisiert die schleppende Rückführung von Frauen und Kindern ausländischer Kämpfer, die sich in Syrien Terrormilizen angeschlossen hatten. Der Kommissionsvorsitzende Paulo Pinheiro warnte Länder, den Eltern dieser Kinder den Rücken zu kehren. "Den Eltern die Staatsbürgerschaft abzuerkennen hat ernsthafte und negative Folgen für die Kinder", sagte er. "Auch die Praxis, Kinder ohne ihre Mütter in das Heimatland zurückzuholen, verstößt gegen das Prinzip, im besten Interesse des Kindes zu handeln." Frauen und Kinder würden ohne Rehabilitierungsprogramme weiter radikalisiert.

Das Außenministerium in Wien bereitet derzeit die Rückholung zweier Kinder einer österreichischen IS-Anhängerin aus Syrien, der vermutlich ums Leben gekommenen Sabina S., vor. Im Fall der Salzburgerin Maria G. und ihrer Kinder wurde noch ein DNA-Test veranlasst, mit der in weiterer Folge die Staatsbürgerschaft bestätigt werden kann. Bekannt ist außerdem der Fall einer jungen Wienerin, die mit ihrem kleinen Sohn in kurdischer Haft sitzt. Es ist jedoch unklar, ob sie überhaupt zurück nach Österreich will.

(APA/dpa)

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