Umbau möglich: Repräsentatives Bankgebäude am Schottentor steht nicht unter Denkmalschutz

Eines der repräsentativsten Bankgebäude Wiens wird umgebaut, das Bundesdenkmalamt wurde nicht hinzugezogen.
Eines der repräsentativsten Bankgebäude Wiens wird umgebaut, das Bundesdenkmalamt wurde nicht hinzugezogen. ©Initiative Denkmalschutz
Die historische Filiale der Bank Austria am Schottentor (erbaut 1909-1912) soll verkauft werden. Derzeit laufen Bauarbeiten, dabei handle es sich jedoch nicht um einen Umbau, sondern um Adaptierungen, die im Zuge einer Renovierung nötig sind, wie die Bank betont. Anscheinend musste das Denkmalschutzamt nicht hinzugezogen werden, denn das repräsentative Bankgebäude steht nicht unter Denkmalschutz. Andere Gebäude am Ring - zum Teil einfache Zinshäuser - hingegen schon. Die Initiative für Denkmalschutz wundert sich über den Fall.

Geplant wurde das Bauwerk von den bekannten Architekten Gotthilf-Miskolczy und Neumann. Das Gebäude soll verkauft werden und derzeit laufen Bauarbeiten. Ein Sprecher der Bank betont, dass es sich nur um Renovierungsarbeiten handle, die dazu beitragen, die Bausubstanz zu erhalten. Unter anderem war das dach des Oktogons betroffen, durch das es bereits hineingeregnet hatte. Der Verein “Initiative für Denkmalschutz” nahm die Arbeiten jedoch zum Anlass, mehr über die Schutzwürdigkeit des Gebäudes zu erfahren. “Mit großem Erstaunen mussten wir feststellen, dass das “Hauptwerk der auf monumentale Bankgebäude spezialisierten Architekten” Ernst von Gotthilf-Miskolczy und Alexander Neumann gar nicht unter Denkmalschutz steht”, berichtet die Initiative in einer Presseaussendung.

Bankgebäude nicht unter Denkmalschutz

Dies sei umso erstaunlicher, als alle am Schottenring bis zur Börse folgenden Gebäude (Nr. 8-14a), die weit nicht eine so hohe Bedeutung aufweisen, alle unter Denkmalschutz stehen und sich das prächtige Bankgebäude überdies in der Kernzone des Weltkulturerbes “Historisches Zentrum von Wien” befindet. Der Verein fordert nun den Stopp der Bauarbeiten und erhofft sich eine Stellungnahme vom Bundesdenkmalamt. Den secessionistisch-neoklassizistische Bau bezeichnet das Bundesdenkmalamt selbst übrigens wegen seiner Größe und Bedeutung als “Monumentalbau”. Es handle sich um einen freistehenden “Baublock von hohem Repräsentationsanspruch”, der über “bedeutende Innenraumausstattung unter Verwendung gediegener Materialien” verfüge. Da das Haus bereits jetzt unter Ensembleschutz steht, sei die Bank Austria mit dem Bundesdenkmalamt in engem Kontakt.

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