Ukrainische Community erinnerte am Wiener Schwarzenbergplatz an Weltkriegs-Ende

Ukrainische Community erinnerte bei Demo am Wiener Schwarzenbergplatz an Weltkriegs-Ende.
Ukrainische Community erinnerte bei Demo am Wiener Schwarzenbergplatz an Weltkriegs-Ende. ©APA/HANS PUNZ (Symbolbild)
77 Jahre sind seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vergangen. An eben dieses Ende haben die ukrainische Community und Gastredner aus Österreich am Sonntag bei einer Demo am Schwarzenbergplatz in Wien erinnert.

Sie zogen im Einklang mit einer am Sonntag veröffentlichten Rede von Präsident Wolodymyr Selenskyj insbesondere auch Parallelen zum aktuellen Krieg in der Ukraine.

Schwarzenberg-Rede für Demo in Wien voraufgezeichnet

"Im Laufe des Zweiten Weltkriegs haben leider viele Österreicher im Rahmen der Wehrmacht und der SS-Verbände zahlreiche Kriegsverbrechen in der Ukraine begangen", sagte der ehemalige tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg in einer für die Demonstration voraufzeichneten Rede. Heute habe man die Möglichkeit, diese Schuld der Väter und Großväter abzutragen, sagte er und plädierte für Großzügigkeit. Man solle der Ukraine und den Ukrainern helfen, wo dies möglich sei, erklärte der Ex-Politiker. Schwarzenbergs Sohn Johannes hatte eine Mauer hinter dem sowjetischen Heldendenkmal am Schwarzenbergplatz kurz nach dem aktuellen Kriegsbeginn in den ukrainischen Nationalfarben bemalen lassen.

Ukrainischer Botschafter: Nicht leicht, richtige Worte zu finden

Es falle ihm nicht leicht, die richtigen Worte zu finden, betonte der ukrainische Botschafter in Österreich, Wassyl Chymynez (Vasyl Khymynets), der nach der Vorführung der am Sonntag veröffentlichten Rede von Präsident Selenskyj zum Kriegsende am Schwarzenbergplatz zu etwa 200 Personen sprach. Chymynez erinnerte mit Verweis auf Selenskyj daran, dass Russland am 24. Februar 2022 das Wort "Nie" aus dem Slogan "Nie wieder!" gelöscht habe.

"Nach der Aggression gegen die Ukraine und nach schweren Kriegsverbrechen gegen das ukrainische Volk hat Russland kein Recht mehr, sich hinter den Verdiensten durch Vorfahren, die Hitler besiegt haben, zu verstecken und sich als Nachfolger zu nennen", erklärte Chymynez. Er bezeichnete den Nationalsozialismus und die zuletzt manchmal als "Raschismus" bezeichnete Ideologie des Regimes von Wladimir Putin als menschenverachtend. Die diktatorischen Regime hätten jedoch den starken Willen der Menschen unterschätzt, für die Freiheit zu kämpfen, erklärte er mit Verweise auf die Ukrainer im Zweiten Weltkrieg sowie im aktuellen Krieg gegen Russland.

Unterstützung für Ukraine zum Ausdruck gebracht

Seine Unterstützung der Ukraine brachte aber auch der ÖVP-Parlamentsabgeordnete Martin Engelberg zum Ausdruck, der auch anhand seiner eigenen Familiengeschichte auf die engen historischen Beziehungen zwischen der Ukraine und Österreich verwies. Seine Mutter stamme aus Lemberg, dem heutigen Lwiw, erzählte der Politiker.

"Ich bin der Meinung, dass wir als Österreicher die moralische Pflicht haben, die Ukraine dabei bestmöglich zu unterstützen, Teil der europäischen Familie, das heißt Teil der Europäischen Union zu werden", plädierte Engelberg auf APA-Nachfrage nach seiner Rede auch für einen EU-Beitritt des osteuropäischen Landes.

Er sehe sich mit seiner Forderung "total auf Parteilinie", betonte der ÖVP-Politiker, der jedoch keine konkreten Fristen für einen derartigen Beitritt nennen wollte. Die technischen Details seien Sache des Außenministers, erläuterte er, wichtig sei jedoch das Bekenntnis, dass man die Ukraine so gut wie möglich zu unterstützen, damit sie ein Teil der Europäischen Union werden könne.

Ukrainische Community setzt Demo am Wiener Schwarzenbergplatz fort

Die ukrainische Community wird auch am Montag ihre Demonstration am Schwarzenbergplatz fortsetzen. Dabei war der Ort mit dem sowjetischen Heldendenkmal in vergangenen Jahren am 9. Mai, dem sowjetischen "Tag des Sieges", traditionell von der russischen Community für Gedenkveranstaltungen verwendet worden. Bedingt durch die Belegung des Platzes halten russische Verbände 2022 ihre für den frühen Abend des 9. Mai geplante Demonstration am Stephansplatz ab.

(APA/Red)

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