Überlebende sagen gegen Breivik aus

Mehrere Dutzend Überlebende des Massakers auf der norwegischen Insel Utoya werden vor Gericht gegen den Attentäter Anders Behring Breivik aussagen. Wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte, werden insgesamt 46 Zeugen vom Amoklauf berichten, 33 von ihnen erlitten auf Utoya Schusswunden und andere Verletzungen. Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft 98 Zeugen geladen.

Vom 16. April an muss sich Breivik – dessen Bombe im Regierungsviertel von Oslo und dessen anschließender Amkoklauf auf Utoya im Vorjahr insgesamt 77 Menschen das Leben kostete – wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes vor Gericht verantworten.

Bei Anhörungen im Februar hatte er sich nicht schuldig bekannt und erklärt, er habe aus Selbstverteidigung gehandelt. Der Islamhasser Breivik hatte ausgesagt, er habe die Regierung für ihre Einwanderungspolitik bestrafen wollen.

Breivik kaufte Chemikalien in Polen

Der norwegische Geheimdienst teilte unterdessen am Mittwoch in Oslo mit, es habe keine konkreten Hinweise auf die Pläne des Attentäters gegeben. Breivik habe zwar in Polen Chemikalien zum Sprengstoffbau gekauft. Dies sei bekanntgewesen. Die Menge sei aber für eine routinemäßige Nachverfolgung zu gering gewesen. “Unsere Hauptaufgabe bestand darin, Terrorismus in Norwegen zu verhindern. Wir haben uns bemüht, ihn zu verhindern, aber am 22. Juli ist uns das nicht gelungen”, sagte Roger Berg, Leiter des Geheimdienstes.

APA

 

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