Über den Preis eines Hauses

90 Prozent unserer Lebenszeit verbringen wir in Gebäuden. Grund genug, deren Qualität unter die Lupe zu nehmen. Eine Nachlese zum Wohnbauforum.

Das Wohnbauforum am Donnerstag im Feldkircher Pförtnerhaus drehte sich um die Frage: Welche Werte bestimmen unser Wohnen und wie können diese Werte definiert werden? Schließlich beanspruchen jene Räume, in denen wir wohnen, durchschnittlich 30 Prozent unseres Einkommens – die Tendenz steigt. Gleichzeitig verbrauchen wir durch Bautätigkeiten global gesehen immer noch viel zu viel Ressourcen. Außerdem ist Europa als Energieimporteur derzeit zu 50 Prozent von außereuropäischen Energiequellen abhängig, wenn es so weitergeht, werden es im Jahr 2030 70 Prozent sein.

Ziel: Passivhaus

Das große Ziel des zukünftigen Bauens und Wohnens muss zwangsläufig „Energieeinsparung“ heißen. Auch wenn die Vorarlberger Bauschule in diesem Punkt bereits eine Vorreiterrolle eingenommen hat, ist es interessant, zu hören, wie ressourcen- und umweltschonendes Bauen in Zusammenhang mit einer hohen Nutzerqualität zukünftig gesichert werden kann. Es existieren bereits zahlreiche Methoden der Gebäudezertifizierung. Eine davon wurde von Prof. Dr. Manfred Bruck vorgestellt. Sie bewertet neun Faktoren, angefangen von Ressourcenschonung über Nutzerkomfort bis zu Langlebigkeit, die 50 weitere Unterthemen enthalten. Jeder Bauträger kann – idealerweise schon während des Planungsprozesses – dieses Bewertungssystem zu Hilfe nehmen und damit die Qualität seines Gebäudes sicher stellen. Für den privaten Häuslebauer ist dieses Service allerdings wenig lukrativ, es kostet 8.000 bis 12.000 Euro.

Glück vermieten

Virtuelle Werte werden auf das Doppelte des herkömmlich definierten Wohnwertes geschätzt. Faktoren, wie Strahlenbelastung, Stress oder Sexualität haben in einem Bewertungssystem das Dr. Hans-Peter Kops präsentierte, ebenso ihren definierten Wert, wie Ästhetik und Bequemlichkeit.

Die Raiffeisenbank als größte Bausparbank Vorarlbergs ist neben dem VAI und der Vorarlberger Landesregierung Mitglied des Wohnbauforums. Sie könnte zukünftig ein Lenker von solchen Mechanismen sein. „Mit der Beschleunigung der gesellschaftlichen Änderungen werden sich auch zunehmend die Banken mit den Wohnwerten der Zukunft auseinandersetzen müssen. Das Forschungsprojekt Wohnbauforum bietet uns hierzu sehr gute Hilfestellungen“, so Vorstandsmitglied Wilfried Hopfner.

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