Tschetschenen-Mord: Ein Hauptverdächtiger gefasst

Fast sechs Wochen nach der Ermordung des tschetschenischen Belastungszeugen Umar Israilow in Wien ist einer der mutmaßlichen beiden Haupttäter in der Nähe von Warschau gefasst worden.

Die polnische Polizei teilte laut Nachrichtenagentur AFP am Sonntag mit, dass sie den russischen Bürger tschetschenischer Ethnie, Turpal Ali J., aufgrund eines europäischen Haftbefehls in einem Hotel unweit der polnischen Hauptstadt verhaftet hat.

Rudolf Gollia, Sprecher des österreichischen Innenministeriums, bestätigte auf Anfrage der APA den “gemeinsamen Fahndungserfolg der polnischen Sicherheitsbehörde, des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorbekämpfung sowie der Staatsanwaltschaft Wien”. Die Verhaftung sei am Freitag (20.2.) erfolgt.

Ob der Mann tatsächlich selbst die tödlichen Schüsse abgegeben hat, könne er, Gollia, noch nicht sagen. “Aber wir gehen davon aus, dass er einer der beiden Haupttäter ist.”

Österreich hat bereits um Auslieferung des Verdächtigen ersucht. Rudolf Gollia rechnete mit einer Überstellung in “vermutlich absehbarer Zeit”. Der Verhaftete werde “sehr bald” den österreichischen Behörden übergeben, kündigte ein Sprecher der polnischen Polizei an.

 

Umar Israilov war am 13. Jänner nach einer Verfolgungsjagd in Wien-Floridsdorf auf offener Straße erschossen worden. Der politische Flüchtling hatte seit dem Sommer 2008 mehrmals vergeblich um Polizeischutz gebeten. Die Familie des Opfers sprach nach der Tat von einer Verfolgung des 27-Jährigen durch Männer des Tschetschenen-Präsidenten Ramsan Kadyrow.

 

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