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Türkei nach 3:2 gegen Tschechien weiter

Die Türkei steht nach einer unglaublichen Aufhol­jagd im Viertelfinale der EURO 2008. Die Türken besiegten Tschechien in einem hoch­dra­ma­ti­schen "Finale" der Gruppe A mit 3:2.   | Meinungen

Dabei waren sie eine Viertelstunde vor Schluss nach Toren von Jan Koller (39.) und Jaroslav Plasil (62.) noch mit 0:2 zurück gelegen. Ein Treffer von Arda Turan (75.) sowie ein Doppelpack von Nihat Kahveci (87., 89.) drehten aber die Partie. Die Türkei trifft damit am 20. Juni im Viertelfinale in Wien auf Kroatien. Die Türken waren mit dem Rücken zur Wand gestanden, ehe ausgerechnet dem bis dahin souveränen tschechischen Startorhüter Petr Cech ein folgenschwerer Fehler unterlief. Der Chelsea-Keeper ließ eine Flanke von Hamit Altintop fallen und ermöglichte dem einschussbereiten Nihat den Ausgleich. Zwei Minuten später entschied der türkische Kapitän die Partie mit einem sehenswerten Schuss ins Kreuzeck. Türkei-Torhüter Volkan wurde daraufhin in einer völlig verrückten Schlussphase für eine Tätlichkeit gegen Koller ausgeschlossen, Offensivspieler Tuncay musste ins Tor (91.).

Koller hatte die Tschechen mit einem platzierten Kopfball nach Flanke von Rechtsverteidiger Zdenek Grygera in Führung gebracht. Es war bereits sein 55. Tor im 90. Länderspiel. Plasil stellte nach Assist von Libor Sionko aus kurzer Distanz aus einem Konter auf 2:0. Als alles bereits mit einem Aufstieg der Tschechen gerechnet hatte, gab Arda Turan der Türkei noch einmal neue Hoffnung. Der 20-Jährige, der bereits in der Nachspielzeit gegen die Schweiz zum 2:1 getroffen hatte, traf nach schönem Querpass von Hamit Altintop ins kurze Eck.

Tschechiens Teamchef Karel Brückner hatte erneut nur auf einen Stürmer gesetzt – und diesmal dem groß gewachsenen Koller gegenüber dem wendigeren Milan Baros den Vorzug gegeben. Abgesehen davon vertraute Brückner jener Mannschaft, die Portugal mit 1:3 unterlegen war. Koller war immer wieder gefährlich. Die Riesenchance auf einen Doppelpack ließ der 35-Jährige aber völlig alleine vor Volkan aus (61.).

Die Türken mussten erneut auf die verletzten Mittelfeldspieler Emre Belözoglu und Tümer Metin sowie Innenverteidiger Gökhan Zan verzichten. Teamchef Fatih Terim, der überraschend schon am Vortag seine Aufstellung bekannt gegeben hatte, begann mit zwei Stürmern – Matchwinner Nihat und Semih Sentürk, der als Joker den Ausgleich gegen die Schweiz erzielt hatte, diesmal aber völlig farblos blieb.

Wenngleich die Türken von Beginn an mehr Spielanteile hatten – die Tschechen waren einem Tor in der ersten Hälfte näher. Einen Schuss von Marek Matejovsky bändigte Volkan (17.), fünf Minuten später rettete Abwehrchef Servet Cetin nach einem Querpass des agilen Sionko. Der ehemalige GAK- und Austria-Legionär selbst verfehlte das Kreuzeck danach nur knapp (25.).

Türkische Großchancen blieben vor der Pause aus. Ein 25-Meter-Schuss von Tuncay ging knapp neben das Tor (17.). Nach Seitenwechsel wurde nicht nur der Regen, sondern auch die Türkei stärker. Einen ersten Volley setzte Nihat aber über das Tor (48.). Mit zwei Kopfbällen von Tuncay (53., 68.) hatte Cech ebenso keine Probleme wie mit einem abgefälschten Schuss des eingewechselten Kazim Kazim (64.).

Auf der Gegenseite hatte Jan Polak sogar das 3:0 auf dem Fuß, traf aber nur die Stange (71.). In der Schlussphase drängte die Türkei auf den Ausgleich. Ein Kopfball von Servet Cetin strich noch knapp am Tor vorbei (83.), ehe die große Stunde von Nihat schlug. Der 28-Jährige von Villarreal erzielte seine Tore Nummer 16 und 17 im Nationalteam – mit Sicherheit seine beiden wichtigsten.

Während für Tschechien, den Halbfinalisten von 2004 damit das vorzeitige Aus kam, steht die Türkei nach 2000 erneut im EM-Viertelfinale. Damals war sie Portugal mit 0:2 unterlegen. Mit ihrem Sieg verhinderte die Türken auch eine EM-Premiere. Hätte die Begegnung unentschieden geendet, wäre die Aufstiegsfrage wegen genauer Punkt- und Torgleichheit erstmals in der Geschichte in einem unmittelbar folgenden Elfmeterschießen geklärt worden.

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