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Trauer um Lotte Tobisch: "Österreich verliert Ausnahmepersönlichkeit"

Österreichs Politik und Society trauert um Lotte Tobisch.
Österreichs Politik und Society trauert um Lotte Tobisch. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Nach dem Tod von Lotte Tobisch, die als Schauspielerin und Opernball-Organisatorin tätig war, herrscht große Trauer.
Opernball-Grande-Dame Lotte Tobisch gestorben

"Mit dem Tod von Lotte Tobisch ist Österreich um eine Institution ärmer geworden. Als legendäre Organisatorin des Wiener Opernballs war sie weithin bewundert und geachtet.", so Bundespräsident Alexander Van der Bellen angesichts des Ablebens der am Samstag im Alter von 93 Jahren verstorbenen Opernball-Lady, Schauspielerin und Autorin.

Van der Bellen würdigte "Institution"

"Ihr dynamisches und offenes Wesen, ihre klare aber verbindliche Art verschafften ihr Anerkennung und Respekt. Auch soziales Engagement bis ins hohe Alter zeichnete diese besondere Persönlichkeit aus. Wir alle, die wir Lotte Tobisch kannten und schätzten, werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren", so Van der Bellen in einer Aussendung.

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Auch Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein würdigte die Verstorbene: "Mit Lotte Tobisch verliert Österreich nicht nur eine hervorragende Schauspielerin und Künstlerin, sondern eine Ausnahmepersönlichkeit, die sich mit ihrem kulturellen, gesellschaftlichen und sozialen Engagement um Österreich besonders verdient gemacht hat. Wir trauern um einen überaus liebenswerten Menschen und eine große Österreicherin".

Trauer um Lotte Tobisch in der heimischen Politik

Mit Tobisch "hat uns eine große Botschafterin der österreichischen Kultur verlassen", so auch Kulturminister Alexander Schallenberg. Für den Minister hat die Grand-Dame des Opernballs "maßgeblich dazu beigetragen, Österreichs Renommee als Kunst- und Kulturnation vor allem in der schweren Nachkriegszeit mit aufzubauen. Sie wird eine Lücke hinterlassen, die nicht geschlossen werden kann."

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) strich u.a. ihr kulturelles, gesellschaftliches und soziales Engagement um Österreich hervor: "Wir trauern um einen überaus liebenswerten Menschen und eine große Österreicherin."

Der von Tobisch ins Leben gerufene Verein "Künstler helfen Künstlern" verabschiedete sich "in tiefer Trauer und großer Dankbarkeit" von der "Legende zu Lebzeiten", so Vizepräsidentin Gabriele Jacoby. Ihre "außergewöhnliche Popularität, die Lotte Tobisch in allen Schichten der Gesellschaft erlangt hat, verdankte sie ihrer authentischen nie verletzenden Schlagfertigkeit, ihrem Humor, ihrer Klugheit und nicht zuletzt ihrer fabelhaften Erscheinung und Eleganz", heißt es in einem Nachruf.

Richard Lugner: "Habe sie geschätzt und geliebt"

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Richard Lugners Karrierestart am Wiener Opernball ist in die Ära der verstorbenen Lotte Tobisch gefallen. "Ich habe sie geschätzt und geliebt, es gibt ja verschiedene Arten von Liebe", sagte der Baumeister der APA. Sie sei eine "tolle Frau von Format und Charakter gewesen, das muss man ihr lassen".

Unter Tobisch sei er nie ein Outlaw am Ball gewesen. Es sei nämlich ihre Meinung gewesen, dass es keine 4.000 feinen Leute am Opernball gibt. "Natürlich sagte sie damit auch, dass der Lugner kein feiner Mensch ist, aber andere halt auch", so der Baumeister. Zudem habe sie stets betont, dass er eine "Bereicherung für den Ball" ist und ihm auch stets eine gute Loge zugedacht. "Sie war absolut meine liebste Opernball-Lady", unterstrich der Baumeister.

Dass Tobisch ihn als "Wurschtel" bezeichnet hat, hat ihr Lugner nicht verübelt. "Es war nicht böse gemeint, sie hatte eine pointierte Art", sagte der Baumeister.

Lugner selbst hatte zuletzt in Medienberichten ein wenig Opernball-Müdigkeit durchklingen lassen. "Irgendwann werde ich aufhören, ja", meinte der Baumeister. Für den kommenden Ball habe er aber einen "sehr großen Gast" in Aussicht. "Der ist aber ein harter Brocken. Also - schauen wir mal."

Bundestheater, Wien, NÖ und NEOS trauern

Lotte Tobisch werde "mit ihrem unübertroffenen Charme und ihrer großen Offenheit sehr fehlen", so der Geschäftsführer der Bundestheater-Holding, Christian Kircher, angesichts des Ablebens der prägenden Kultur-Persönlichkeit. Staatsoperndirektor Dominique Meyer würdigte sie als "eine blitzgescheite, belesene, noble, große Persönlichkeit", die "nie um eine klare Wortmeldung verlegen war".

"Den Österreichischen Bundestheatern war Lotte Tobisch in mehrfacher Hinsicht verbunden - ihr Debüt als Schauspielerin feierte sie am Burgtheater bereits in jungen Jahren, sie prägte maßgeblich den Wiener Opernball in der Staatsoper und war eine wichtige Stimme im Wiener Kulturleben", so Kircher. Von den "vielen Neuerungen und wichtigen Umgestaltungen im Laufe ihrer Ära (als Opernball-Organisatorin, Anm.) profitieren wir heute noch", sagte der Staatsopern-Direktor: "Die allgemeine Titulierung als 'Grande Dame' ist bei Lotte Tobisch jedenfalls sehr zutreffend."

Neben ihrer Zeit als Opernball-Chefin sei mit Tobisch auch "eine großartige Schauspielerin und Künstlerin von uns gegangen", heißt es seitens des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig. "Mit ihren zahlreichen Engagements im Burg- und Volkstheater sowie dem Theater in der Josefstadt und ihren Filmrollen beeindruckte sie über viele Jahrzehnte. Bis zuletzt engagierte sich Tobisch auch für Kulturschaffende. Ihr soziales Engagement zeichnete sie im besonderen aus", so Ludwig.

Für die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) war Tobisch "nicht nur Grand Dame der österreichischen Kultur-Szene. Sie war zugleich eine unglaublich engagierte, schillernde und weltoffene Persönlichkeit. Ihre direkte und unkomplizierte Art haben mich immer fasziniert. Genauso wie ihr Engagement als Präsidentin des Vereins 'Künstler helfen Künstlern' in Baden".

Als "großartige und kluge Frau mit so viel Esprit, Witz und Geist" würdigte auch die NEOS-Vorsitzende Beate Meinl-Reisinger die Verstorbene. "Lotte Tobisch begeisterte nicht nur über ein halbes Jahrhundert ihr Publikum auf der Bühne und auf der Leinwand, sie war auch immer ein politischer Mensch", so die Chefin der NEOS. Tobisch, die 2017 und bei der jüngsten Nationalratswahl im Unterstützungskomitee der Partei aufschien, "war nicht nur eine große Europäerin, sondern hat sich bis zuletzt auch für Generationengerechtigkeit, Toleranz und Weltoffenheit eingesetzt."

(APA/Red)


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