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Todespfleger ohne Mitleid

Im Kemptener "Todespfleger"-Prozess hat am Dienstag eine ehemalige Arbeitskollegin des Angeklagten Stephan L. Mitleid als dessen zentrales Tatmotiv bezweifelt.

„Wenn er mit jemandem Mitleid hatte, dann mit sich selbst“, sagte die mittlerweile pensionierte Krankenschwester vor dem Landgericht. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, 29 Patienten des Sonthofener Krankenhauses mit einer Medikamentenmischung zu Tode gespritzt zu haben. In 16 Fällen lautet die Anklage auf Mord, in 12 Fällen auf Totschlag. Eine Tötung soll der Mann auf Verlangen vorgenommen haben. Der 27-Jährige hatte die Vorwürfe weitgehend gestanden, den Mordvorwurf aber zurückgewiesen und Mitleid als Grund für sein Handeln angegeben.

Die Beweisaufnahme wurde mit weiteren Aussagen von Angehörigen der Opfer fortgesetzt. Diese sagten übereinstimmend, nicht mit dem plötzlichen Tod ihrer Verwandten gerechnet zu haben. Trotz seines „wahrhaft erbarmungswürdigen“ Zustands habe sein Bruder immer gehofft, gesund zu werden, so ein Hinterbliebener.

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